{"id":1933,"date":"2026-01-20T03:40:51","date_gmt":"2026-01-20T02:40:51","guid":{"rendered":"http:\/\/nordlichtblog.de\/?p=1933"},"modified":"2026-03-29T19:43:23","modified_gmt":"2026-03-29T17:43:23","slug":"neuseeland-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nordlichtblog.de\/?p=1933","title":{"rendered":"Neuseeland 2026"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Norden der Nordinsel<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>(01.-13. Januar 2026)<\/strong><br>Das Jahr beginnt f\u00fcr mich am anderen Ende der Welt. Um 16:30 Uhr steige ich am 1. Januar 2026 in Auckland aus dem Flugzeug. Mir schl\u00e4gt warme Luft entgegen. Der Polizist, der meinen Ausweis kontrolliert, fragt mich nach meinen Pl\u00e4nen in Neuseeland: 3 Monate mit dem Camper durchs Land reisen. \u201eHave fun!\u201c sagt er und dr\u00fcckt mir meinen Pass in die Hand.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:31% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"745\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0783-1024x745.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1925 size-full\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0783-1024x745.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0783-300x218.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0783-768x558.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0783-1536x1117.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0783-2048x1489.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Als ich im Zentrum Aucklands aussteige, h\u00f6re ich Vogelgezwitscher. Auf der sechsspurigen Stra\u00dfe sind kaum Autos unterwegs und Menschen sehe ich auch kaum welche. Ist das hier normal? Frage ich mich. Ja, im Sommer, besonders zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Stadt wie ausgestorben, da alle im Umland Urlaub machen. Verst\u00e4ndlich. Auckland ist wirklich keine sch\u00f6ne Stadt. Das sehr \u00fcberschaubare Stadtzentrum besteht fast ausschlie\u00dflich aus Hochh\u00e4usern. Die vereinzelten alten H\u00e4user gehen zwischen den Wolkenkratzern fast unter.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0793-1-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1960\" width=\"194\" height=\"291\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0793-1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0793-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0793-1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0793-1-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0793-1-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0793-1-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mein erster Stopp sind die Waipu Caves. Eine H\u00f6hle in einer Bilderbuch-H\u00fcgel-Landschaft. Die H\u00f6hle ist unspektakul\u00e4r. Daf\u00fcr ist der Wald, der sie umgibt, umso sch\u00f6ner. Ein richtiger Urwald mit mehreren Vegetationsebenen. Bis zum Knie reichen kleinere Farne und Moose. Gr\u00f6\u00dfere Farnpalmen, Palmen und Drachenb\u00e4ume bilden mit ca. 5m Wuchsh\u00f6he die mittlere Schicht und B\u00e4ume bilden mit 20 und mehr Metern das Dach des Urwaldes. \u00dcberall singt, zwitschert und summt es. Es gibt Pflanzen, die auf Pflanzen wachsen und ich gehe fasziniert ein bisschen den Trampelpfad in den Urwald hinein.<br>Nach einem Tag im Museum und recht viel Fahrerei, ist mir nach Natur. Ich m\u00f6chte unbedingt den neuseel\u00e4ndischen Urwald n\u00e4her betrachten und mache eine Wanderung zu Dukes Nose bei Whangaroa. Nachdem ich meine Schuhe an der Desinfektionsstation von f\u00fcr Kaurib\u00e4ume potenziell t\u00f6dlichen Bakterien befreit habe, f\u00fchrt der Weg steil bergauf durch den Wald, vorbei an Palmen, riesigen Farnen und Kaurib\u00e4umen. Begleitet werde ich von einem fast ohrenbet\u00e4ubend lauten Zirpen der Zikaden, die unsichtbar in den B\u00fcschen sitzen aber selbst den lauten Motor des Autos und die Musik beim Fahren \u00fcbert\u00f6nen.<br>Am Abend komme ich mit einem deutschen Paar beim Abwaschen ins Gespr\u00e4ch, als Gabi sich dazu gesellt und sich in breitem Schw\u00e4bisch dem Gespr\u00e4ch anschlie\u00dft.<br>Weil es in der weitl\u00e4ufigen D\u00fcnenlandschaft zwischen freilaufenden H\u00fchnern und Pferden so sch\u00f6n ist, bleibe ich noch eine weitere Nacht auf dem Platz und fahre dann weiter nach Norden zum Cape Reinga, dem n\u00f6rdlichsten Punkt der Nordinsel.<br>Dort erwarte ich Touristenrummel, \u00fcberf\u00fcllte Parkpl\u00e4tze, viele Leute, Caf\u00e9s und Souveniershops \u2013 wie man das von einem Touristenhotspot aus Europa gewohnt ist.<br>Die Stra\u00dfe schl\u00e4ngelte sich auf den H\u00fcgeln entlang und gab zwischendurch atemberaubende Aussichten auf das t\u00fcrkis-blaue Meer frei. Ich f\u00fchlte mich ein bisschen wie auf dem Dach der Welt. Die Autos wurden immer weniger. Als ich auf dem Parkplatz ankomme, finde ich noch eine Menge freier Pl\u00e4tze. Der Ausweichparkplatz wird trotz Hochsaison nicht ben\u00f6tigt. Es gibt eine Toilette. Caf\u00e9s, Souveniershops &#8211; Fehlanzeige. Ein kleiner Leuchtturm thront eine halbe Stunde Fu\u00dfweg vom Parkplatz entfernt auf einer Klippe hoch \u00fcber dem Meer.<br>Der Blick schweift \u00fcber gr\u00fcne H\u00fcgel, einsame Buchten mit goldgelbem Sandstrand zu riesigen Sandd\u00fcnen am Horizont, die ein wenig an Sahara erinnern. Unten immer das t\u00fcrkisblaue Meer.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0881-1-1024x668.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1979\" width=\"274\" height=\"178\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0881-1-1024x668.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0881-1-300x196.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0881-1-768x501.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0881-1-1536x1001.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0881-1-2048x1335.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 274px) 100vw, 274px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Neben dem Leuchtturm ein Wegweiser, der viele Destinationen in unterschiedlichen Richtungen anzeigt und mich darauf aufmerksam macht, dass der S\u00fcdpol mit 6211 km fast um die Ecke ist \u2013 London mit 18029 km hingegen unvorstellbar weit weg.<br>Nach einer kurzen Wanderung in den Giant Sand-Dunes \u2013 der neuseel\u00e4ndischen Sahara, geht es ab jetzt erstmal nur noch nach S\u00fcden. Die Nacht verbringe ich an einem liebevoll hergerichteten Campingplatz bei den Wairere Boulders. Der kleine Naturlehrpfad entlang eines Flussbetts mit riesigen runden Steinen, die aussehen, als h\u00e4tten Riesen damit gespielt, ist wirklich sehenswert und f\u00fchrt \u00fcber Stock und Stein durch ein Dickicht aus Palmen, Farnen und Kaurib\u00e4umen begleitet von Zikaden-Zirpen und Vogelgezwitscher.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0915-1-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1991\" width=\"207\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0915-1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0915-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0915-1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0915-1-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0915-1-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0915-1-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Besonders beeindruckend waren die uralten Kaurib\u00e4ume etwas weiter s\u00fcdlich im Waipoua Forest. Es sind die \u00e4ltesten des Landes. Tane Mahuta (Vater des Waldes) ist mit mehr als 50m H\u00f6he der gr\u00f6\u00dfte Baum Neuseelands. Sein Stamm ist mit 4,5m Durchmessern unfassbar dick. Eigentlich sieht man nur Stamm. Die Krone verschwindet irgendwo im Dickicht der anderen B\u00e4ume, die daneben aber winzig aussehen. Etwas weiter der ebenso dicke, aber aufgrund eines Sturmschadens weniger Hohe Te Matua Ngahere und mit 3000 \u2013 4000 Jahren der \u00e4lteste Baum Neuseelands. Was er wohl alles erlebt hat, in seinem Baumleben?<\/p>\n\n\n\n<p>Nach ca. 9 Tagen erreiche ich wieder den Speckg\u00fcrtel von Auckland. In Muriwai Beach beobachtete ich tausende Basst\u00f6lpel bei der Aufzucht ihres Nachwuchses. Dass diese V\u00f6gel sich auf so engem Raum (ca. 2-3 Nester pro m\u00b2) wohlf\u00fchlen, wo es doch unendlich viel Platz gibt, ist mir ein R\u00e4tsel. Die wei\u00dfen V\u00f6gel mit ihren gelben K\u00f6pfen und blauen Augen bleiben ein Leben lang zusammen und ziehen jedes Jahr ein Junges gro\u00df. Sie bleiben abwechselnd beim Nachwuchs, w\u00e4hrend der andere auf Nahrungssuche geht. Wenn der Ausfl\u00fcgler wieder kommt, gibt es erstmal eine lautstarke Begr\u00fc\u00dfung, bei der die Schn\u00e4bel aneinander gerieben werden. Dann wird sich gegenseitig erstmal ausgiebig geputzt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"813\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0951-1-1024x813.jpg\" alt=\"\" data-id=\"1997\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0951-1-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=1997\" class=\"wp-image-1997\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0951-1-1024x813.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0951-1-300x238.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0951-1-768x610.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0951-1-1536x1220.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0951-1-2048x1626.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0954-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"1998\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0954-1-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=1998\" class=\"wp-image-1998\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0954-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0954-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0954-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0954-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC0954-1-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Piha Beach, nur 4 Km weiter s\u00fcdlich an der K\u00fcste, aber mit dem Auto 1 Std. Fahrt und 50 km entfernt, ist ein kleines idyllisches Dorf in einer Bucht mit hohen Klippen und Felsen mit Traumstrand. An den steilen H\u00e4ngen sind H\u00e4user. Es erinnert mich ein wenig an das Treppenviertel von Hamburg-Blankenese &nbsp;&#8211; man hat bestimmt einen sch\u00f6nen Blick auf das Meer \u2013 Sonnenuntergangspanorama garantiert. In einem Restaurant g\u00f6nnte ich mir Fish &amp; Chips, das neuseel\u00e4ndische Nationalgericht zum Abendbrot. Es war ein besonderes Restaurant mit Blick \u00fcber den Fluss. Jeden Abend um 19 Uhr wurde hier alles unterbrochen: Gespr\u00e4che, Billadrspile, Kochen, Essen: Es wurde ein Lied gespielt und ein Spruch gesprochen und an die gefallenen Soldaten Neuseelands gedacht. Danach ging das leben weiter. Ich mache eine Wanderung entlang der Klippen und genie\u00dfe die Ausblicke auf das tiefblaue Meer unter mir und die einsamen Str\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der S\u00fcdwesten der Nordinsel<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>(14.-19. Januar 2026)<\/strong><br>Von Piha Beach geht es einmal quer durch Auckland nach Raglan. Von Auckland bis Hamilton ist Autobahn \u2013 diese zu fahren, macht mit meinem alten Bus, der nur drei G\u00e4nge zu haben scheint, keinen Spa\u00df. Bereits bei 80 km\/h klingt der Motor sehr gequ\u00e4lt und der Spritverbrauch steigt enorm in die H\u00f6he (&gt;15l\/100 Km). Also h\u00e4nge ich mich hinter einen LKW und bleibe auf der linken Spur. Unterwegs sehe ich eine weitere Kuriosit\u00e4t: ein Fahrradstreifen auf der Autobahn. Fahrradfahrer habe ich allerdings keine gesehen \u2013 mit dem Fahrrad auf der Autobahn, selbst wenn die erlaubte H\u00f6chstgeschwindigkeit nur 100 km\/h ist, was einer deutschen Landstra\u00dfe entspricht \u2013 w\u00fcrde ich auch nicht machen.<br>Immerhin ging es schnell voran. Auch auf den Landstra\u00dfen ist die erlaubte H\u00f6chstgeschwindigkeit 100 km\/h. diese zu erreichen ist aber meistens unm\u00f6glich. Die Stra\u00dfen sind oft sehr kurvig, gehen bergauf und bergab \u00fcber die H\u00fcgel, wie eine Achterbahn. Das Lenkrad steht selten gerade aus, man kommt aus dem Lenken oft gar nicht heraus und die Durschnittsgeschwindigkeit liegt bei ca. 50 km\/h.<br>Raglan ist ein kleiner Ort mit einem Traumhaften Strand, einer Art Fjord und als Surfer-Mekka bekannt. Statt einem Brett leihe ich mir doch ein Kajak, denn ich wollte die Limestones \u2013 sch\u00f6ne Felsformationen auf der anderen Seite des Fjords ansehen. Da ich aus versicherungsrechtlichen Gr\u00fcnden alleine jedoch kein Kajak mieten darf, muss ich mich einer gef\u00fchrten Tour anschlie\u00dfen. Als wir in die Boote steigen wollen, prasselt ein Regenschauer auf unser herab und die Familie, die mit mir noch die Tour gebucht hatte, sprang ab. So war ich pl\u00f6tzlich mit der Guidin alleine. 10 Min sp\u00e4ter h\u00f6rte auch der Regen auf und wir paddelten bei strahlendem Sonnenschein auf die andere Seite zu den Felsen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260114_121546-1024x568.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1943\" width=\"270\" height=\"149\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260114_121546-1024x568.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260114_121546-300x166.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260114_121546-768x426.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260114_121546-1536x852.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260114_121546-2048x1136.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Paralell zum Ufer ging es zwischen Felss\u00e4ulen hindurch in kleinere H\u00f6hlen. Ich lernte, dass es einen Baum gibt, der im Sommer orangene Fr\u00fcchte bildet, die f\u00fcr den Menschen giftig aber f\u00fcr V\u00f6gel essbar sind \u2013 wenn auch nicht wirklich bek\u00f6mmlich. Die V\u00f6gel brauchen so lange, die Fr\u00fcchte zu verdauen, dass sie in ihrem Verdauungssystem zu g\u00e4ren beginnen, bevor sie ausgeschieden werden. Durch den sich bildenden Alkohol werden die V\u00f6gel dann betrunken und k\u00f6nnen nicht mehr fliegen, geschweige denn geradeaus laufen. Es gibt wohl sogar eine Auffang-Station, in der die betrunkenen V\u00f6gel ausn\u00fcchtern k\u00f6nnen.<br>Raglan begeistert mich mit einem ganz besonderen Vibe. In der einzigen Hauptstra\u00dfe reiht sich ein Caf\u00e9 an das n\u00e4chste. Die Menschen sitzen auf den Terrassen und lachen, Reggae-Musik schallt durch die Stra\u00dfen und es herrscht gute Stimmung.<br>Am n\u00e4chsten Tag regnete es und ich nutzte die Zeit, um in einer Bibliothek bei kostenlosem WLAN und Strom ein F\u00e4hrticket f\u00fcr n\u00e4chste Woche zu buchen. Der Typ bei der Autovermietung sagte zwar schon, dass es besser w\u00e4re, 3-4 Wochen im Voraus zu buchen, wenn ich nicht eine Nachtfahrt zu unchristlicher Zeit haben wollte. Aber ich wollte mir etwas Flexibilit\u00e4t erhalten und lieber nur eine Woche im Voraus buchen, was sich als fataler Fehler herausstellte, denn die n\u00e4chste verf\u00fcgbare \u00dcberfahrt war Ende Februar, einen Monat sp\u00e4ter als eigentlich geplant. Ich bl\u00e4tterte zwischen den Tagen hin und her, verglich die F\u00e4hrlinien und h\u00e4ngte mich in die Warteschleife am Telefon um nach spontanen Stornierungen zu fragen. Noch w\u00e4hrend ich in der Warteschleife hing, sah ich pl\u00f6tzlich ein Ticket f\u00fcr den 23.1., nur einen Tag sp\u00e4ter, als ich eigentlich fahren wollte. Ungeachtet des Preises schlug ich zu und buchte gleich noch ein Ticket f\u00fcr die R\u00fcckfahrt, denn ich wollte ja nicht auf der S\u00fcdinsel stecken bleiben\u2026<br>Weiter geht\u00b4s zu den Waitomo Caves, die f\u00fcr ihre Gl\u00fchw\u00fcrmchen bekannt sind, die tats\u00e4chlich wie Sterne bl\u00e4ulich an der H\u00f6hlendecke funkeln. Mit einem Boot gleiten wir lautlos auf dem Fluss, der durch die H\u00f6hle flie\u00dft dahin. Sprechen d\u00fcrfen wir nicht, um die leuchtenden Insekten nicht zu st\u00f6ren. Diese Gl\u00fchw\u00fcrmchen sind jedoch keine Gl\u00fchw\u00fcrmchen, wie wir sie in Europa kennen. Es ist die Larve einer Motte, die gerne an Fels\u00fcberh\u00e4ngen h\u00e4ngt und klebrige F\u00e4den nach unten h\u00e4ngen l\u00e4sst. Mit ihrem blau-wei\u00dfen Licht m\u00f6chte sie Insekten anziehen, in der Hoffnung, dass diese sich in den klebrigen F\u00e4den verfangen. Wenn es irgendwo wackelt, zieht die Larve den entsprechenden Faden nach oben zu sich und verspeist, was daran h\u00e4ngen geblieben ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532746700-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2066\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532746700-1.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2066\" class=\"wp-image-2066\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532746700-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532746700-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532746700-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532746700-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532746700-1-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532746700-1-120x90.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532247858-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2065\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532247858-1.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2065\" class=\"wp-image-2065\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532247858-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532247858-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532247858-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532247858-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532247858-1-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/file_1768532247858-1-120x90.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf dem Weg zur K\u00fcste halte ich noch bei der Mangapohue Natural Bridge, einer riesigen Natur-Br\u00fccke aus Fels an. Wahrscheinlich dem \u00dcberbleibsel einer H\u00f6hle, die vor vielen Tausend Jahren eingest\u00fcrzt ist. Wie Piripiri Cave ein paar Kilometer weiter ist eher unspektakul\u00e4r. Sch\u00f6ner hingegen die Marokopa Falls, ein Wasserfall mit mehreren Stufen mitten im Urwald.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1119-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2013\" width=\"254\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1119-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1119-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1119-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1119-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1119-1-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><br>Nach ca. 30 Km Schotterpiste durch eine Bilderbuch-H\u00fcgellandschaft und endlosen Weiden, auf denen Schafe und Rinder grasten und ein gl\u00fcckliches Leben genossen, kam ich bei den Three Sisters an. Drei Fels-S\u00e4ulen vor einer Steilk\u00fcste, die nur bei Ebbe zu erreichen waren. Leider stimmte der neuseel\u00e4ndische Tidenkalender nicht, den ich mir extra herausgesucht habe. Als ich dies bemerkte, war es fast schon zu sp\u00e4t, aber ich schaffte es gerade noch rechtzeitig zu den Felsformationen, die tats\u00e4chlich aussahen, wie drei Nonnen im Wasser. Daher wohl auch der Name \u201eThe Three Sisters\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chste Wanderung w\u00e4re eigentlich nur wenige Autominuten entfernt gewesen, w\u00e4re da nicht eine Stra\u00dfensperrung, die mich zu 200 km Umweg zwang. Das bedeutete 5 Std. Fahrt \u00fcber den legend\u00e4ren Forgotten World Highway. Eine schmale Stra\u00dfe, teilweise nur einspurig, die sich zwischen den steilen H\u00fcgeln entlang wand. Teilweise mit spektakul\u00e4ren Aussichten auf die beiden Vulkane Mount Taranaki und Tongariro. Auf dieser Stra\u00dfe war ungew\u00f6hnlich viel Verkehr, was die Fahrt zu einer echten Herausforderung machte, da nicht \u00fcberall zwei Autos locker nebeneinander passten. Ich war froh, dass Sonntag war und keine gro\u00dfen LKWs unterwegs waren. Die Stra\u00dfenabbr\u00fcche und Untersp\u00fclungen, bei denen nur eine Seite der Stra\u00dfe befahrbar war, weil die andere abgebrochen war, war nicht sonderlich vertrauensf\u00f6rderlich. Ich war froh, endlich in Stratford, am Fu\u00df des Mount Tongariro anzukommen, fuhr jedoch gleich weiter, da mir die Atmosph\u00e4re in diesem Geisterort \u00fcberhaupt nicht gefiel. In New Plymouth fand ich schlie\u00dflich einen sch\u00f6nen Platz mit Seeblick und Windschatten f\u00fcr die Nacht. Au\u00dferdem schien dort die Sonne, w\u00e4hrend sich in Stratford die Wolken vor dem 2500m hohen Mount Taranaki aufstauten. Das lie\u00df mich auch meine Wanderpl\u00e4ne \u00e4ndern, denn ich wollte die Aussicht auf den sch\u00f6nen Vulkan und das Meer genie\u00dfen und nicht im nasskalten Wolkennebel festh\u00e4ngen. Daher bestieg ich den Berg vom Norden bis zu seiner Hochebene auf 1200m. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1136-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2018\" width=\"243\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1136-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1136-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1136-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1136-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1136-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 243px) 100vw, 243px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Weg bestand ausschlie\u00dflich aus Stufen \u00fcber die man die 700 H\u00f6henmeter erklomm. Von oben hatte man eine atemberaubende Aussicht auf den Vulkan, dessen Gipfel sogar sichtbar war \u2013 ein wohl eher seltenes Ereignis, denn normalerweise h\u00e4ngt der Gipfel immer in den Wolken.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(20.-23. Januar 2026)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend lie\u00df sich der Mount Taranaki ein letztes Mal zwischen roten Abendwolken blicken, dann verh\u00fcllte er sich die n\u00e4chsten beiden Tage in Regenwolken.<br>Da, wo ich war, war der Regen ein normaler Dauerregen, wie man ihn auch in Deutschland kennt. Im Norden und Nordosten der Nordinsel kam so viel Wasser vom Himmel (300 ml in 30 Std.) wie es sonst in 1-2 Monaten regnet. Dies f\u00fchrte zu \u00dcberschwemmungen, aufgeweichten B\u00f6den und daraus resultierenden Erdrutschen, bei denen sogar Menschen ums Leben kamen.<br>Ich fuhr weiter Richtung Wellington. Unterwegs hielt ich kurz in Whanganui an um rot bl\u00fchende B\u00e4ume und sch\u00f6ne H\u00e4user zu bestaunen. Im Museum gab es eine interessante Ausstellung \u00fcber Holz und dessen Eigenschaften. In einer Ecke hing Furnierholz d\u00fcnn wie Papier von der Decke und \u00fcber einem Stuhl. B\u00fcrsten mit weichen Wurzelborsten lagen aus. Den Rahmen der Ausstellung bildeten Kanth\u00f6lzer, die mit kleinen D\u00fcbeln zu festen Gebilden zusammengesteckt waren. Hier diente Rundholz als kurzes, stabiles Verbindungsst\u00fcck und Nagel-Ersatz. In langer Form wurde das selbe Rundholz allerdings sehr formbar, hing in flie\u00dfender Bewegung von der Decke und wirkte pl\u00f6tzlich so gar nicht mehr stabil. Diese weichen, feinen, d\u00fcnnen, flie\u00dfenden und gleichzeitig festen, tragenden Eigenschaften von Holz alle auf engstem Raum vereint zu sehen, war schon interessant.<br>Drei Tage sp\u00e4ter schien in Wellington endlich wieder die Sonne. Ich sicherte mir einen Stellplatz am s\u00fcdlichen Stadtrand mit Meerblick. Auf dem Parkplatz neben mir standen Campingm\u00f6bel. Die konnten ja eigentlich nur von Deutschen sein. Das P\u00e4rchen, das abends neben mir geparkt hatte, sprach jedoch Englisch. Sp\u00e4ter h\u00f6rte ich auf der Toilette zwei Frauen akzentfrei Deutsch sprechen. Als ich raus kam, war meine Nachbarin eine davon. Die Klischees eilen unserer Nation wohl voraus\u2026<br>In der ersten Reihe im Oberdeck eines Doppeldeckerbusses fuhr ich in die Innenstadt. Die Buslinie f\u00fchrte \u00fcber die H\u00fcgel der Wellingtoner Villenviertel und bot einen herrlichen Blick \u00fcber die D\u00e4cher und das Meer.<br>In der Innenstadt ging es mit der nostalgischen Cablecar, einer Mischung aus Seilbahn und Zahnradbahn zum Botanischen Garten, wo es einen sch\u00f6nen Blick \u00fcber die Stadt und sch\u00f6ne Blumen gab. In Wellington gibt es zwischen modernem Stahl und Glas auch noch einige sch\u00f6ne alte H\u00e4user. Die Stadt wirkte trotz Feiertag deutlich lebendiger als Auckland \u2013 wie eine Gro\u00dfstadt auch wenn die Busse hier genauso leer waren, wie in Auckland.<br>Das Warten auf die F\u00e4hre verbrachte ich am n\u00e4chsten Tag mit einem ausgiebigen Strandspaziergang, bei dem ich mehrere blau schillernde Paua-Muscheln fand. Abends hie\u00df es dann \u201eTsch\u00fcss Wellington!\u201c und ich setzte mit der F\u00e4hre in 3,5 Std. auf die S\u00fcdinsel \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Norden und Westen der S\u00fcdinsel<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>(24.-27. Januar 2026)<\/strong><br>Die Landschaft neben der Stra\u00dfe war auf den ersten Kilometern auf der S\u00fcdinsel schon mal deutlich abwechslungsreicher. Auf der Nordinsel f\u00fchrten die Stra\u00dfen von blauen und wei\u00dfen Blumen ges\u00e4umt durch eine H\u00fcgellandschaft, die zumeist von Urwald bewachsen war oder auf der Schafe und Rinder weideten. Ab und zu gab es mal Maisfelder oder vereinzelte Erdbeer- Apfel- oder Kiwiplantagen und ein Gerstenfeld. Pr\u00e4gendes Bild waren jedoch Weiden mit Rindern und Schafen sowie Urwald.<br>Auf der S\u00fcdinsel f\u00fchrte die Stra\u00dfe zun\u00e4chst an Weinfeldern entlang, sp\u00e4ter sah ich Hopfen- und Gem\u00fcsefelder sowie viele Apfel- und Kiwiplantagen und sogar Aprikosenb\u00e4ume.<br>Erster Stopp auf der S\u00fcdinsel war Pelorus Bridge, ein Gebiet mit vielen kleinen Wanderungen durch einen intakten Urwald. Hier fielen auch die Kiefernw\u00e4lder auf, die es im Norden weniger gab. Aber hier im S\u00fcden wurde wohl viel Wald abgeholzt und mit einer Mischung aus Kiefer und Pinie wieder aufgeforstet. Zwar besser als nichts, aber die Artenvielfalt des Dschungels l\u00e4sst sich damit leider nicht wieder herstellen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1185-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2028\" width=\"249\" height=\"166\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1185-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1185-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1185-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1185-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1185-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 249px) 100vw, 249px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Nacht verbrachte ich an der Cable Bay und bestieg zum Sonnenuntergang den 200m hohen H\u00fcgel von dem aus ich einen sch\u00f6nen Blick \u00fcber die Tasman Bay hatte.<br>Am N\u00e4chsten Tag ging es dann weiter nach Norden zur Rawhiti Cave. Diese H\u00f6hle stand in keinem Reisef\u00fchrer. Der Aufstieg war steil und schwei\u00dftreibend. Die 50m breite und 20m hohe H\u00f6hle mit ihren uralten, teilweise flechtenbewachsenen Tropfsteinen umso beeindruckender.<br>Weiter ging\u00b4s zu den Te Waikoropupu Springs. Te Wai\u2026 was?! Genau, deswegen werden sie eigentlich nur Pupu Springs genannt. Sie sind die gr\u00f6\u00dften Kaltwasserquellen Neuseelands und der s\u00fcdlichen Hemisph\u00e4re mit glasklarem t\u00fcrkisblauem Wasser.<br>Die Nacht verbrachte ich im Happy Rainbow Valley, einer kleinen Gemeinschaft aus alternativ gepr\u00e4gten Leuten. Aufgrund der vielen schlechten Bewertungen \u00fcber die l\u00e4stigen Sandflies war ich wohl die einzige Camperin und hatte die ganze Wiese am Ende des Tals f\u00fcr mich. So viele Sandflies gab es aber gar nicht \u2013 Handyempfang allerdings auch nicht. Weiter ging\u00b4s nach Norden ans Ende der S\u00fcdinsel zum Wharariki-Beach, der wahrscheinlich dank Windows 10 weltber\u00fchmt wurde, denn hier sind die Felsformationen, die einen begr\u00fc\u00dfen, wenn man den Computer hochf\u00e4hrt. Die ganze K\u00fcste kann man nur bei Ebbe erwandern. Daf\u00fcr war ich leider etwas sp\u00e4t, denn die Flut kam zur\u00fcck. Aber eine sch\u00f6ne Wanderung entlang der Bucht war es dennoch mit beeindruckenden Felsformationen und Torb\u00f6gen. Zur\u00fcck ging es \u00fcber das h\u00fcgelige Landesinnere, vorbei an grasenden Schafen mit wundersch\u00f6nem Blick auf das Meer und die Bucht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(28. Januar \u2013 3. Februar 2026)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Den Regentag verbrachte ich in Mouteka. St\u00e4dte sind in Neuseeland super f\u00fcr Regentage, denn die Fu\u00dfwege sind meist \u00fcberdacht, sodass man beim Schaufenstergucken trocken bleibt. In den Bibliotheken gibt es Computerarbeitspl\u00e4tze mit Steckdosen und kostenlosem WLAN, sodass man ungest\u00f6rt arbeiten kann. So gehen vereinzelte Regentage auch schnell rum.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohntAm n\u00e4chsten Tag schien die Sonne vom wolkenlos blauen Himmel. Auch die Zikaden zirpten wieder \u2013 so laut, dass es sogar bei geschlossenem Fenster, Motorl\u00e4rm und Musik zu h\u00f6ren war. Zun\u00e4chst ging es in Marahau auf ein Wassertaxi. Die Boote standen auf Trailern an Land und viele Menschen warteten auf das richtige Boot, das sie zum Ausgangspunkt der Wanderung auf dem Abel Tasman Costal Track brachte. Der z\u00e4hlt zu den sch\u00f6nsten Wanderwegen Neuseelands und ist bei jeder Neuseelandreise ein Muss. Dementsprechend ging es hier etwas touristischer zu.<br>Als alle im richtigen Boot sa\u00dfen, setzte sich die kleine Karawane aus Booten Richtung Wasser in Bewegung. Ein Traktor zog unser Boot ins Wasser, bis es tief genug war. Dann ging es erstmal zum Split-Apple-Rock, ein Fels, der wie ein gespaltener Apfel auf einem Steinpodest im Wasser lag.&nbsp; Dann sausten wir \u00fcbers Wasser und h\u00fcpften \u00fcber die Wellen, vorbei an gr\u00fcnen, urwaldbewachsenen H\u00fcgeln, leuchtend gelben Sandstr\u00e4nden und Kajakfahrern zur Anchorage Bay. Dort wurden auch von anderen Wassertaxi-Anbietern so einige Menschen an den Strand gekippt, aber die Menschenmassen hielten sich dennoch in Grenzen. Auch auf dem K\u00fcstenwanderweg, der sich \u00fcberwiegend durch den Busch, wie man zum neuseel\u00e4ndischen Urwald sagt, schl\u00e4ngelte, verliefen sich die Menschenmassen gut und ich traf nur hin und wieder auf andere Wanderer. Verglichen mit der Ameisenstra\u00dfe am norwegischen Preikestolen oder Kjeragbolten war es hier immer noch einsam. Immer wieder gab es Ausblicke durch das Urwalddickicht auf malerische Buchten mit gr\u00fcnblauem Wasser und goldgelbem Sandstrand.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260128_103347-1024x576.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2111\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260128_103347.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2111\" class=\"wp-image-2111\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260128_103347-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260128_103347-300x169.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260128_103347-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1233-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2082\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1233-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2082\" class=\"wp-image-2082\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1233-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1233-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1233-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1233-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1233-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging es auf die andere Seite der S\u00fcdinsel: die Wesk\u00fcste, genauer gesagt zum Cape Foulwind. Hier gab es einen sch\u00f6nen K\u00fcstenwanderweg entlang der hohen Klippen und einsamer Sandstr\u00e4nde zu einer Kolonie von Seel\u00f6wen, die tr\u00e4ge auf den Steinen fl\u00e4tzen. Teilweise waren sie mit ihrer dunkelbraunen Haut auf den dunklen, graubraunen Felsen kaum zu erkennen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Westport, wo die Benzin- und Essensvorr\u00e4te aufgef\u00fcllt wurden, ging es 100 km weiter nach Norden. Die H\u00e4user wurden immer weniger, die Landschaft karger. Einzelne vom Wind zerzauste B\u00e4ume s\u00e4umten die Stra\u00dfe und erinnerten mich an Nordfriesland, w\u00e4ren da nicht noch die Berge und zahlreichen grasenden Rinder, die hier in Neuseeland alle noch Weidezugang zu haben scheinen. Die Stra\u00dfe endete am Oparara Basin. Hier gab es viele H\u00f6hlen und nat\u00fcrliche Felsbr\u00fccken. Am beeindruckendsten war f\u00fcr mich die Oparara Arch, eine riesige, 43m hohe Felsbr\u00fccke, die so gro\u00df war, dass sie kaum aufs Foto passte. Sie \u00fcberspannte auf mehr als 200m L\u00e4nge einen Fluss und ist wohl der \u00dcberrest einer riesigen, eingest\u00fcrzten H\u00f6hle. Moria Gate war etwas kleiner und \u00fcberspannte einen kleinen Fluss in idyllischem Farnpalmenwald. Durch ein kleines Loch im Fels konnte man sogar unter die Br\u00fccke gehen, nachdem man zuvor auf ihr gewandert war, ohne es wirklich zu merken.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1261-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2089\" width=\"283\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1261-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1261-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1261-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1261-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1261-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Weiter ging es ein St\u00fcck auf dem legend\u00e4ren Heaphy Track, einem ebenso sch\u00f6nen und legend\u00e4ren Wanderweg wie dem Abel Tasman Coastal Track. Man k\u00f6nnte tagelang auf diesen Wegen wandern, leider fehlte mir Equippment und Kondition daf\u00fcr. Daher wanderte ich nur eine Stunde bis zur n\u00e4chsten Bucht durch einen fast endlosen Palmen-Tunnel. Hin und wieder gab es Ausblicke auf das Meer und einsame Buchten mit bilderbuch-Sandstr\u00e4nden.<\/p>\n\n\n\n<p>Abends wurde ich am Campingplatz ein wenig von den Sandfliegen gefressen, die hier, statt M\u00fccken, auf Menschen lauern um etwas Blut zu saugen. Die Bisse sind \u00e4hnlich wie M\u00fcckenstiche, jucken aber im Gegensatz zu diesen tage- manchmal sogar wochenlang. Sandfliegen lieben vor allem F\u00fc\u00dfe, aber wenn diese nicht erreichbar sind auch andere K\u00f6rperstellen. Die Bisse sp\u00fcrte ich die n\u00e4chsten drei Tage, vor allem nachts.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der ausgiebigen Erkundung der n\u00f6rdlichen Westk\u00fcste ging es die gleiche Stra\u00dfe wieder nach S\u00fcden. In Westport tankte ich wieder Lebensmittel und Benzin, denn auch in die andere Richtung gab es die n\u00e4chsten 100 Km weder Supermarkt noch Tankstelle. Daf\u00fcr eine sch\u00f6ne, kaum befahrende Stra\u00dfe am Meer entlang mit sch\u00f6nen Ausblicken auf die Str\u00e4nde und die heranrollenden Wellen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1297-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2099\" width=\"299\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1297-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1297-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1297-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1297-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1297-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr gab es eine abenteuerliche Wanderung zum Ballroom Overhang, einem riesigen Fels\u00fcberhang am Ende einer sch\u00f6nen Schlucht. Der Weg begann zun\u00e4chst harmlos auf einem Holzsteg, f\u00fchrte dann in den Urwald und endete nach ein paar matschigen Passagen schlie\u00dflich an einem Fluss. <br>Die Wanderung zum Ballroom Overhang, einem riesigen Fels\u00fcberhang, war ein richtiges Abenteuer. Der Weg begann zun\u00e4chst harmlos auf einem Holzsteg, f\u00fchrte dann in den Urwald und endete nach ein paar matschigen Passagen schlie\u00dflich an einem Fluss. Die Wegmarkierung ging am anderen Ufer weiter. Br\u00fccke? Fehlanzeige. Zum Gl\u00fcck wusste ich das vorher schon aus dem Wanderf\u00fchrer und war mit Trekkingsandalen, kurzer Hose und Wanderstock ausger\u00fcstet, sodass ich den Fluss problemlos durchqueren konnte. Nach weiteren 3 Km Urwaldweg durch die Schlucht mit senkrecht abfallenden Felsw\u00e4nden dann der Hinweis: Ballroom Overhang follow Fox River upstream. Ok\u2026<br>Ca. 5 Fluss\u00fcberquerungen sp\u00e4ter erreichte ich dann den Fels\u00fcberhang, der so hoch war, dass sogar B\u00e4ume unter ihm wuchsen. Es gab eine Feuerstelle, B\u00e4nke und sogar eine Toilette. Dort einen Abend am Lagerfeuer zu verbringen und anschlie\u00dfend zelten, ist bestimmt sch\u00f6n \u2013 vorausgesetzt es gibt keine Sandfliegen.<br><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1312-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2103\" width=\"359\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1312-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1312-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1312-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1312-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1312-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging es zu den Pankake Rocks: Bizarre Felsformationen an der K\u00fcste, die tats\u00e4chlich aussehen, wie aufeinander gestapelte Pfannkuchen. In manchen lassen sich sogar Gesichter oder Tiere erkennen. Sie entstanden vor vielen Millionen Jahren aus Muschelresten und Sand, die mit viel Druck aufeinandergepresst wurden und verh\u00e4rteten. Erdbeben brachten die Felsen nach oben. Wind und Wasser schliffen die weicheren Teile raus und es entstand der Look, der an einen riesigen stapel Pfannkuchen erinnerte.<br>Die anschlie\u00dfende Wanderung auf dem Riverloop war weniger spannend. Die Fluss\u00fcberquerung erfolgte gepflegt \u00fcber H\u00e4ngebr\u00fccken, von den Fl\u00fcssen, an denen der Weg entlang ging, sah ich aufgrund des dichten Farn- und Palmenwaldes nur wenig.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1338-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2124\" width=\"371\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1338-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1338-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1338-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1338-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1338-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 371px) 100vw, 371px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Spektakul\u00e4r war hingegen die Hokitika Gorge, ein Fluss, der sich durch eine enge Schlucht aus hellgrauen Kalkfelsen und leuchtend gr\u00fcnen Farnen schl\u00e4ngelte. Das Wasser dieses Flusses war knallt\u00fcrkis, man h\u00e4tte meinen k\u00f6nnen, es h\u00e4tte jemand Farbe reingekippt, denn von der Spiegelung des Himmels konnte die Farbe nicht kommen \u2013 es regnete. Es sind Gletschersedimente, die das Wasser so t\u00fcrkis-blau f\u00e4rben. Durch die Tiefe des Wassers und den langsamen Fluss kommt diese intensive Farbe zustande, die selbst bei Wolken leuchtet. Nur Starkregen \u00fcber mehrere Tage kann die Farbe tr\u00fcben und sogar in ein schlammiges Braun verwandeln, aber es regnete zum Gl\u00fcck nur leicht.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Der Starkregen kam am n\u00e4chsten Tag, den ich wieder in der Bibliothek von Hokitika verbrachte. Die kleine Stadt war \u00fcberraschend belebt und Hotspot f\u00fcr Greenstone. Die neuseel\u00e4ndische Jade konnte man im mattegr\u00fcnen Rohzustand zuhauf am Strand finden, oder hochpoliert in traditionellen Maoriformen als Schmuckst\u00fccke.<br>Die Weiterfahrt nach Franz Josef war ein kleines Abenteuer. Es windete pl\u00f6tzlich so stark, dass ich M\u00fche hatte, den Camper auf Spur zu halten. Die Scheibenwischer arbeiteten gegen den Regen an und wurden vom starken Seitenwind nach oben gedr\u00fcckt. M\u00fcde erreichte ich den Campingplatz an einem See, als die Nachricht kam, ich k\u00f6nnte heute Abend spontan an einer Kiwi-Tour teilnehmen. In einer Stunde sollte ich da sein. Es waren aber 30 Min Fahrt dahin. Die Chance, vielleicht Kiwis in nat\u00fcrlicher Umgebung zu sehen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Also los. Startpunkt war Okarito, ein kleines Dorf an der K\u00fcste. Dort lernten wir erstmal ein wenig \u00fcber Kiwis. Die scheuen V\u00f6gel sind streng gesch\u00fctzt und Namensgeber f\u00fcr die Neuseel\u00e4nder selbst, die sich gerne als Kiwis bezeichnen. Wir verbinden mit Kiwi wohl eher die braune Stachelbeere mit gr\u00fcnem Fruchtfleisch. Auch die haben die Neuseel\u00e4nder nach ihrem Nationalvogel benannt und bauen sie in Massen an, um sie in die ganze Welt zu exportieren. Urspr\u00fcnglich kommt die Frucht jedoch aus China aber \u201eChinesische Stachelbeere\u201c verkauft sich einfach nicht.<br>Die Kiwi-V\u00f6gel sind etwa so gro\u00df wie ein Huhn, flugunf\u00e4hig und haben einen langen Schnabel an dessen Spitze sich die Nasenl\u00f6cher befinden. Sein Gefieder erinnert eher an zotteliges Fell als an weiche Federn. Die V\u00f6gel sind sehr scheu und nachtaktiv, weshalb die Tour eine Stunde vor Sonnenuntergang begann. Mit Rotlichtlampen und Walkie-Talkies ausger\u00fcstet ging es in den Wald, wo wir lernten, wie wir der Gruppe eine Kiwi-Sichtung kommunizieren: entweder mit einer blinkenden Rotlichtlampe (das rote Licht k\u00f6nnen Kiwis nicht sehen), mit Klicklauten oder indem wir in unser Walki-Talkie fl\u00fcsterten. Dann verteilten wir uns in 20m Abst\u00e4nden auf dem Waldweg und warteten, dass sich irgendwo im dichten Urwald was bewegt oder wir einen Kiwi laufen h\u00f6rten. Daf\u00fcr waren die Bedingungen heute allerdings etwas erschwert, denn es war nass, wodurch die Bl\u00e4tter nicht raschelten.<br>Es wurde langsam dunkel. Das Orange der Wolken verblasste zu einem Grau und das Zwitschern der V\u00f6gel verstummte. Irgendwo in der Ferne war eine Eule zu h\u00f6ren. Dann Stille. Eine M\u00fccke summte an meinem Ohr, ich wedelte sie weg. Im Geb\u00fcsch vor mir regte sich nichts. Ich ging ein paar Meter den Weg entlang und konzentrierte mich wieder auf das Geb\u00fcsch. Stille. Pl\u00f6tzlich in weiter Ferne schrille Rufe: ein Kiwim\u00e4nnchen. Wir gingen zur\u00fcck zum Auto und fuhren ein paar Kilometer weiter in Richtung der Rufe. Auf dem Waldweg platzierten wir uns wieder gr\u00f6\u00dferen Abst\u00e4nden und patrouillierten auf unserem Wegst\u00fcck, die Ohren in den dichten Busch gerichtet. Der Mond ging auf und stieg am Himmel immer h\u00f6her. Vollmond \u2013 noch eine Sache, die Kiwis nicht m\u00f6gen, weshalb die Chance sinkt, ihn in solch hellen N\u00e4chten zu Gesicht zu bekommen. Doch die grellen Rufe wurden lauter, wenngleich sie immer noch weit entfernt schienen. Dann \u2013 wir wollten schon fast gehen \u2013 der Ruf eines Kiwiweibchens in scheinbar unmittelbarer N\u00e4he. Wir eilten zur Lichtung am Ende des Wegs, die eigentlich viel zu hell f\u00fcr die Dunkelheit liebenden V\u00f6gel war. Wir warteten ein paar Minuten. Aber es zeigte sich nichts. Um 1 Uhr morgens gaben wir m\u00fcde auf. Leider blieb uns die Kiwisichtung verwehrt. Ein sch\u00f6nes Erlebnis war es trotzdem.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(4.-6. Februar 2026)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1352-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2129\" width=\"214\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1352-683x1024.jpg 683w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1352-200x300.jpg 200w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1352-768x1152.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1352-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1352-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1352-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging es in das Dorf Franz-Josef. Was auf einmal sehr deutsch klingt, ist eigentlich \u00f6sterreichisch, denn das Dorf und der angrenzende Gletscher sind nach dem \u00f6sterreichischen Kaiser benannt worden. Die einzige Existenzberechtigung dieses kleinen Ortes ist wohl der Tourismus, denn es besteht lediglich aus Hotels, Tankstelle, Supermarkt, Souveniershops und einer Reihe B\u00fcros, die alle das Gleiche anbieten: Helikopterfl\u00fcge auf den Gletscher. Dies war allerdings nicht mein Ziel. Ich wollte mir den Blick auf die Eismassen erwandern. Der Weg startete recht harmlos entlang eines Flusses. Auf der anderen Seite einer recht breiten H\u00e4ngebr\u00fccke begann dann allerdings die Kletterpartie \u00fcber Stock und Stein. Teilweise musste ich 2,5m hohe W\u00e4nde aus Wurzeln und Fels erklimmen. Gr\u00f6\u00dfere Schluchten und Fl\u00fcsse wurden mit H\u00e4ngebr\u00fccken \u00fcberbr\u00fcckt, die so schmal waren, dass kaum zwei F\u00fc\u00dfe nebeneinander Platz hatten. Sie waren zwar lang, trugen aber nur 1-5 Personen \u2013 mehr w\u00e4re bei dem Gewackel ohnehin nicht ratsam. Der Gletscherblick am Ende war jedoch alle M\u00fche wert, wenngleich sich der Gletscher in den letzten Jahren stark zur\u00fcckgezogen hatte und nur recht weit entfernt am Ende des Tals zu sehen war. Vor 100 Jahren konnte man hier auf den Gletscher gehen.<br>Lake Matheson war aufgrund des Windes leider nicht spiegelglatt, weshalb die ber\u00fchmte Reflektion der Berge nicht zu sehen war. Die waren aber ohnehin wolkenverhangen.<br>Weiter ging es entlang der rauen Westk\u00fcste durch endlose Urw\u00e4lder vorbei an einsamen Str\u00e4nden und Buchten nach Haast. Der letzte Ort am State Highway 6, bevor es \u00fcber die Berge geht. Dort verbrachte ich eine recht schlaflose Nacht in K\u00fcstenn\u00e4he. Gegen Mitternacht wurde ich von dem Surren mehrerer M\u00fccke geweckt, die penetrant um mein Ohr kreisten. Ich machte Licht an, um die Qu\u00e4lgeister zu erschlagen und sah, dass die ganze Decke meines Busses mit M\u00fccken \u00fcbers\u00e4t war. Eine Stunde Sp\u00e4ter hatte ich ca. 30 M\u00fccken erschlagen und keine Lust mehr. Der Dachhimmel war nun voller schwarzer Flecken, die darauf warteten, am n\u00e4chsten Tag beseitigt zu werden. Ich l\u00f6schte das Licht und wollte gerade einschlafen, als die n\u00e4chste M\u00fccke um meine \u00d6hren kreiste. Hatte ich wohl \u00fcbersehen\u2026 Ich beschloss sie zu ignorieren \u2013 ich war m\u00fcde.<br>Am n\u00e4chsten Morgen wurde ich vom Regen geweckt und erschlug ca. 15 weitere M\u00fccken, die an der Decke hingen. Als ich auf den Fahrersitz kletterte, wirbelte ich eine Wolke von M\u00fccken auf \u2013 als ich 30 erschlagen hatte, h\u00f6rte ich auf zu z\u00e4hlen. Dementsprechend zerstochen war ich und die juckenden Flecken begleiteten mich die n\u00e4chsten Tage.<br>Vom angeblich malerischen Haast-Pass sah ich nur Wolken und Regen. Berge konnte ich in dem Grau nur erahnen und ich glaubte nicht wirklich daran, dass auf der anderen Seite des Passes die Sonne schien. Als ich die Wasserscheide \u00fcberwunden hatte, lie\u00df der Regen jedoch tats\u00e4chlich nach und als ich Lake Wanaka erreichte, schien die Sonne.<br>Die Stra\u00dfe f\u00fchrte an den gro\u00dfen Seen entlang durch eine komplett andere Landschaft aus grasbewachsenen Bergen mit schneebedeckten Spitzen.<br>Am Ende des Lake Wakatipu fand ich einen sch\u00f6nen Platz f\u00fcr die Nacht direkt am See.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der S\u00fcden der S\u00fcdinsel<\/h1>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1405-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2145\" width=\"352\" height=\"234\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1405-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1405-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1405-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1405-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1405-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 352px) 100vw, 352px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>(7.-12. Februar 2026)<\/strong><br>Der S\u00fcden Neuseelands geh\u00f6rt zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Im Fiordland regnet es bis zu 7000 mm pro Jahr. Vergleich Norddeutschland: 800 mm, Bergen (Norwegen): 2000 mm. Hier einen trockenen oder sogar sonnigen Tag zu erwischen ist also wirklich Gl\u00fcckssache. Ich wollte mir aber die sch\u00f6ne Landschaft nicht entgehen lassen und beschloss, mein Gl\u00fcck zu versuchen.<br>Die erste Lektion war: traue keiner Wettervorhersage, wenn Du nicht wei\u00dft, wie es wirklich ist. Das Regenradar zeigte f\u00fcr meine Zielregion Manapouri s\u00e4mtliche Blauschattierungen. Dementsprechend gering war meine Motivation, dorthin zu fahren, zumal ich am Morgen bei Sonnenschein aufwachte. Als ich ankam, hingen schwere Regenwolken in den Bergen am anderen Ufer des Sees. In Manapouri selbst schien die Sonne. Erst am sp\u00e4ten Abend trauten die Regenwolken sich doch \u00fcber den Campingplatz.<br>Am n\u00e4chsten Morgen schien die Sonne. Ein paar Wolken hingen noch verschlafen an den Berggipfeln fest und das Wasser vom n\u00e4chtlichen Regen verdampfte auf der Stra\u00dfe. Zusammen mit zwei Trampern aus den USA, die ich in Te Anau aufgesammelt hatte, ging es zum Milford Sound. Das Tal wurde immer enger, die Berge immer h\u00f6her und ich f\u00fchlte mich sehr an Norwegen erinnert. Die Bootstour \u00fcber den Fjord ging dicht an den Bergen entlang, vorbei an Seel\u00f6wen, die sich auf den Felsen sonnten, rauschenden Wasserf\u00e4llen und \u00fcberh\u00e4ngenden Felsen. Die Wolken hatten sich mittlerweile komplett verzogen und die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel.<br>Die Wanderung am n\u00e4chsten Tag ging steil bergauf und wieder \u00fcber Stock und Stein. Am Ende lag der Lake Marian mit gr\u00fcnem Wasser eingebettet zwischen schneebedeckten Bergen. Obwohl der See nur auf 700m liegt, war es erstaunlich kalt und nur in der Sonne bei Windschatten im T-Shirt auszuhalten. Die Nacht auf 400m H\u00f6he war mit gef\u00fchlten 5\u00b0C bisher die k\u00e4lteste, die ich in Neuseeland erlebt hatte und nur mit doppelt gefalteter Decke, Daunenjacke und Kopf unter dem Kissen auszuhalten.<br>Bluff, der s\u00fcdlichste Ort Neuseelands, hatte au\u00dfer ziemlich leckeren Fish &amp; Chips, die mir aber den Rest des Tages schwer im Magen lagen, nicht wirklich was zu bieten. Als Pendant zum Cape Reinga im Norden Neuseelands, gab es auch hier einen Schilderbaum, der mir sagte, dass ich seit der Nordspitze gut 1400 km zur\u00fcckgelegt hatte \u2013 wahrscheinlich Luftlinie.<br>Die Stra\u00dfe f\u00fchrte durch \u00fcberwiegend flaches Land \u2013 Berge waren nur am Horizont erkennbar. Hier f\u00e4llt mir ein, dass ich noch gar nichts \u00fcber neuseel\u00e4ndische Baustellen erz\u00e4hlt habe. Die gibt es hier nat\u00fcrlich auch, denn die rauen Witterungsbedingungen setzen den Stra\u00dfen hier hart zu. Baken bzw. Pylone aufstellen und ein Schild \u201eBauarbeiten\u201c mit verbundenem Tempolimit daneben stellen, k\u00f6nnen die Neuseel\u00e4nder auch. Sie k\u00f6nnen aber auch arbeiten und das erfordert die ein oder andere Bau-Ampel, die dann den Verkehr regelt. Das kann eine normale Ampel sein, wie man sie aus Deutschland kennt oder ein Mensch in Warnweste, der am Stra\u00dfenrand neben einem Pylon steht. Aus der Spitze des orangenen H\u00fctchens ragt ein Besenstil an dessen oberen Ende ein Schild befestigt ist, das meist mit seiner roten Seite und dem Wort \u201eSTOP\u201c dem herannahenden Verkehr zugewandt ist und diesen anh\u00e4lt. Per Funkger\u00e4t ist der Mensch mit einem Menschen am anderen Ende des Engpasses verbunden. Wenn die Stra\u00dfe frei ist, wird das Schild umgedreht. Die gr\u00fcne Seite mit dem Wort \u201eGO\u201c erscheint und man kann weiterfahren.<br>Wenn es ganz un\u00fcbersichtlich wird, gibt es ein sogenanntes Pilot Car. Ein mit orangenen Blinklichtern verzierter Pickup, der die Kolonne mit einem Schild \u201eFollow me\u201c durch die Baustelle leitet. Ich denke, man w\u00fcrde den Weg auch so finden, aber vielleicht schneller als mit der vorgegebenen Geschwindigkeit.<br><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1441-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2155\" width=\"298\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1441-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1441-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1441-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1441-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1441-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Cathedral Caves waren riesige H\u00f6hlen, die das Wasser \u00fcber viele tausend Jahre in die Klippen gewaschen hatte. Langsam kam auch die Sonne wieder raus \u2013 ich war zwar immer noch im S\u00fcden der S\u00fcdinsel aber schon ein bisschen \u00f6stlicher. Der Leuchtturm am Nuget Point war eigentlich nur die Spitze eines Leuchtturms auf einer Klippe hoch \u00fcber dem Wasser. Die K\u00fcste hier war sch\u00f6n: hohe Klippen, dazwischen einsame Buchten mit goldenen Sandstr\u00e4nden, an denen man stundenlang Muscheln sammeln konnte. Hier gab es so viele der blau-schillernden Paua-Muscheln, dass die Einwohner hier sogar ihre Hausnummern aus ihnen bastelten.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der Osten der S\u00fcdinsel<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>(13. Februar \u2013 1. M\u00e4rz 2026)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von der lieblich-rauen K\u00fcste der Caitlins ging es Richtung Nord-Westen ins Landesinnere. Die Landschaft wurde auf einmal bergiger und pl\u00f6tzlich fand ich mich in einer kargen H\u00fcgellandschaft wieder. Die H\u00fcgel wirkten fast nackt, viele Felsen ragten heraus doch bei n\u00e4herem Hinsehen waren die H\u00fcgel alle mit trockenem Gras oder Thymianstauden bewachsen. Ich machte eine kleine Wanderung auf einem dieser H\u00fcgel, der auf der R\u00fcckseite steil in einen Canyon abfiel in dem ein Fluss blaugr\u00fcn schimmerte. Thymianduft und Blicke auf die umliegende H\u00fcgellandschaft waren meine stetigen Begleiter auf der Tour.<br>Hauptgrund f\u00fcr diesen Abstecher ins Landesinnere war aber eigentlich Oliviers Ankunft in Queenstown. Doch dort fl\u00fcchteten wir schnell wieder vor dem Touristenrummel nach Wanaka wo wir eine kleine Runde auf dem Minaret Burn Track wanderten. Burn war hier wirklich Programm, denn Olivier holte sich trotz bew\u00f6lktem Himmel erstmal einen Sonnenbrand. Die Sonne ist hier wirklich aggressiv aber ich habe mich inzwischen daran gew\u00f6hnt und komme auch ohne Sonnencreme aus.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1463-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2169\" width=\"412\" height=\"274\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1463-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1463-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1463-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1463-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1463-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 412px) 100vw, 412px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Vom Rocky Mountain hatten wir einen sch\u00f6nen Blick auf den Lake Wanaka und zwischen den Wolken konnte man im Hintergrund sogar die schneebedeckten Gipfel um den Mount Cook erkennen. Doch bevor wir diesen besuchten, ging es erstmal wieder an die K\u00fcste nach Dunedin (Duniedin gesprochen). An einer Obstplantage auf dem Weg stopften wir uns die Taschen mit verschiedenen Pfirsichsorten, Aprikosen, Nektarinen und Pflaumen voll und g\u00f6nnten uns die wohl leckersten Kirschen, die ich jemals gegessen habe. Sorte Staccato. Sehr empfehlenswert! Der Fruchtvorrat reichte f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage und bereicherte jeden Morgen unser M\u00fcsli. Die Verk\u00e4uferin r\u00fcmpfte die Nase, als sie von unseren Dunedin-Pl\u00e4nen h\u00f6rte. Ich aber wollte die sch\u00f6nen H\u00e4user sehen, f\u00fcr die die Stadt bekannt war. Sch\u00f6ne H\u00e4user sind in Neuseelands St\u00e4dten aufgrund der jungen Geschichte und h\u00e4ufigen Erdbeben eher rar ges\u00e4t. Als wir \u00fcber die Bergkuppe kamen und die Gro\u00dfstadt sahen, konnten wir das Naser\u00fcmpfen verstehen. Wir hatten uns die Stadt irgendwie kleiner vorgestellt. Dabei war es die viertgr\u00f6\u00dfte Stadt Neuseelands. Die sch\u00f6nen Geb\u00e4ude lagen zum Gl\u00fcck alle dicht beieinander, sodass wir sie in kurzer Zeit zu Fu\u00df erkunden konnten. Der Bahnhof war aus dunklem Granit gebaut. Wei\u00dfe Fugen bildeten einen starken Kontrast zwischen den fast schwarzen Mauersteinen. S\u00e4ulen und Ornamente verzierten das Bauwerk. Die Wartehalle war mit sch\u00f6nen Mosaiken verziert. Es gab noch ein paar weitere H\u00e4user in \u00e4hnlichem Stil sowie eine gotische Kirche.<br>Nach einem Abstecher auf die Halbinsel vor Dunedin, wo wir leider keine Pinguine, daf\u00fcr aber einige gro\u00dfe Seel\u00f6wen sahen, ging es an der K\u00fcste entlang weiter nach Norden. Immer wieder sahen wir Fur Seals (Pelzrobben) an der K\u00fcste. Die kleinen jungen krakelten laut und hopsten unbeholfen \u00fcber die Felsen w\u00e4hrend die Eltern entweder auf Fischfang waren oder auf den Felsen in der Sonne relaxten und tief und fest schliefen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1505-773x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2178\" width=\"269\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1505-773x1024.jpg 773w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1505-226x300.jpg 226w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1505-768x1018.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1505-1159x1536.jpg 1159w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1505-1545x2048.jpg 1545w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1505-scaled.jpg 1932w\" sizes=\"auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Oamaru \u2013 eine Kleinstadt an der K\u00fcste war eine kleine \u00dcberraschung. Hier gab es viel sch\u00f6ne alte Architektur und sogar so etwas wie eine Altstadt mit vielen kleinen L\u00e4den in denen es viel Selbstgemachtes und Kunst zu kaufen gab. Auf Empfehlung eines K\u00fcnstlers, der lustige Gesichter aus Schrott baute, g\u00f6nnten wir uns nebenan ein kleines belgisches Craftbeertasting &nbsp;und sahen dem Treiben auf der Stra\u00dfe zu.Am Abend ging es wieder ins Landesinnere Mount Cook, dem h\u00f6chsten Berg Neuseelands, entgegen.Die Landschaft wurde zunehmend bergiger, doch schlie\u00dflich gelangten wir auf eine Hochebene: endlose Pr\u00e4rie und am Horizont schimmerten die Berge in Blau. Schlie\u00dflich tauchte Lake Pukaki auf. Der See schimmerte in knalligem T\u00fcrkisblau zwischen den kargen, teilweise schneebedeckten Bergen. An seinem Ende thronte stolz Mount Cook mit seinen fast 4000m H\u00f6he. Wir entschieden uns zu erst f\u00fcr die Wanderung zum Abel Tasman Gletscher in einem Nebental. Der Weg zum Glacier-Viewpoint war von Asiaten \u00fcberrannt. Den Wanderweg entlang des Gletschersees hatten wir hingegen fast f\u00fcr uns alleine. Allerdings sahen wir von dem See erstmal nichts, denn ein riesiger Wall aus Schutt versperrte die Sicht. Wir wanderten zwischen dem Wall und steilen Bergen und tr\u00e4umten von Mittagspause in der Sonne mit den F\u00fc\u00dfen im Gletschersee. Am Ende des Sees hatten wir auch das Ende des Walls erreicht und staunten nicht schlecht, als wir den See gef\u00fchlt 150m unter uns in milchigem T\u00fcrkis schimmern sahen. Der Gletscher war von einer dicken Schicht aus Schutt und Ger\u00f6ll bedeckt, das ihn daran hinderte, so schnell zu schmelzen, wie die anderen Gletscher in der Umgebung. Doch am See schimmerte das Eis blauwei\u00dflich und man konnte es knacken h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1577-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2192\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1577-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2192\" class=\"wp-image-2192\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1577-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1577-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1577-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1577-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1577-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1560-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2186\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1560-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2186\" class=\"wp-image-2186\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1560-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1560-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1560-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1560-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1560-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die Wanderung zum Kea Point sollte eigentlich weiter ins Hooker Valley gehen, aber das war leider wegen Br\u00fcckenbauarbeiten geschlossen. Also tummelten wir uns mit gef\u00fchlt hundert Asiaten und einigen europ\u00e4ischen Touristen am Kea Point und genossen den seltenen Anblick des schneebedeckten Mount Cook, der an diesem Tag ausnahmsweise mal nicht von Wolken umh\u00fcllt war.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1596-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2195\" width=\"355\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1596-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1596-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1596-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1596-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1596-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach zwei Tagen verlie\u00dfen wir das Mount Cook Valley mit seinem blauen Lake Pukaki und fuhren ein Tal weiter zum n\u00e4chsten gro\u00dfen t\u00fcrkisblauen See: Lake Tekapo. Der ist vor allem wegen seiner bunten Lupinenbl\u00fctenprachten am Ufer bekannt, doch f\u00fcr die waren wir leider zu sp\u00e4t. Von den Bl\u00fcten waren nur noch vertrocknete Samenschoten \u00fcbrig. Der Blick vom Mount John auf den blauen See und die umliegende Hochebene, die von teilweise schneebedeckten Bergen umrahmt war, war die Anstrengung der kleinen Bergtour auf jeden Fall wert. In dem Caf\u00e9 am Gipfel, das mit dem Auto erreichbar war, waren wir wohl die einzigen europ\u00e4ischen G\u00e4ste unter lauter Asiaten, die in ihren Spitzenkleidern aus einer anderen Welt hier hergefallen schienen. Insbesondere die Frauen hatten ihre Gesichter oft komplett verh\u00fcllt: die untere Gesichtsh\u00e4lfte war mit einer Maske bedeckt, die Augen mit der Sonnenbrille und der Kopf mit einem Sonnenhut mit riesiger Krempe. Manche hielten noch einen Sonnenschirm \u00fcber sich, obwohl die Sonne bei dem verdeckten Kopf und der lang\u00e4rmligen Bekleidung keine Chance hatte, auch nur ein kleines Bisschen Haut zu bescheinen. Nur f\u00fcr ein Foto wurde die Schutzbekleidung abgenommen, dann schnell wieder aufgesetzt, denn man wollte auf keinen Fall braun werden und aussehen, wie ein Arbeiter auf dem Reisfeld.<\/p>\n\n\n\n<p>In Christchurch besuchten wir Bekannte von Olivier und besichtigten die Stadt bzw. das, was nach dem verheerenden Erdbeben von 2011 \u00fcbrig geblieben war. Obwohl die Schutthalden mittlerweile beseitigt und einige Geb\u00e4ude wieder aufgebaut waren, wirkte die Stadt leer. Es gab viele offene Pl\u00e4tze, auf denen wohl mal ein Geb\u00e4ude stand. Um die Leere etwas zu kompensieren, gab es viele sch\u00f6ne Wandbilder, teilweise sogar ganze Hausfassaden als Wandbild. Dazwischen rumpelten die alten Trambahnen durch die Stra\u00dfen \u2013 eine reine Touristenattraktion, die wir in einem Caf\u00e9 an uns vorbeiziehen lie\u00dfen, w\u00e4hrend wir zu erst asiatische Nudeln und sp\u00e4ter belgische Waffel genossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen Christchurch und Picton gab es nicht viel zu sehen. Kaikoura hatte eine ganz sch\u00f6ne Halbinsel auf der wir einen kleinen Spaziergang zur \u00f6rtlichen Robbenkolonie machten. Die war wirklich gro\u00df und teilweise schliefen die Robben so dicht am Weg, dass es unm\u00f6glich war, den empfohlenen Sicherheitsabstand von 10 m einzuhalten. Zum Gl\u00fcck schliefen sie so fest, dass sie uns nicht bemerkten. Delfine und Pinguine, f\u00fcr die dieser Ort bekannt ist, sahen wir leider nicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1638-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2209\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1638-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2209\" class=\"wp-image-2209\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1638-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1638-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1638-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1638-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1638-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"480\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_133030-1024x480.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2212\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_133030-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2212\" class=\"wp-image-2212\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_133030-1024x480.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_133030-300x141.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_133030-768x360.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_133030-1536x720.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_133030-2048x960.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"577\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_134911-1024x577.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2213\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_134911-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2213\" class=\"wp-image-2213\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_134911-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_134911-300x169.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_134911-768x432.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_134911-1536x865.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_134911-2048x1153.jpg 2048w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_134911-1140x641.jpg 1140w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260228_134911-540x304.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Weiter ging es auf der Pacific Road auf dem schmalen St\u00fcck Land zwischen Meer und Bergen weiter nach Norden. Die Stra\u00dfe f\u00fcr sich war schon sehenswert. Es gab permanenten Meerblick auf t\u00fcrkisblaues Wasser und Karibik-feeling. Wir stoppten am legend\u00e4ren Stra\u00dfenimbiss Nin\u00b4s Bin und g\u00f6nnten uns ein Luxusessen: Crayfish (eine Art Hummer) mit Knoblauchbutter und Fish &amp; Chips. Die M\u00f6wen warteten gierig vor dem Imbisswagen und ich wartete darauf, dass sie sich auf die ahnungsl\u00f6sen Touristen st\u00fcrzten um ihnen das Essen aus der Hand zu rei\u00dfen. So kannte ich es schlie\u00dflich von zuhause. Drau\u00dfen Fischbr\u00f6tchen essen ist in Kiel kaum noch ohne M\u00f6wenangriff m\u00f6glich. Doch in Neuseeland geschah nichts dergleichen. Die M\u00f6wen sa\u00dfen einfach nur da und sahen den Menschen beim Essen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Picton, die Hafenstadt im Norden der S\u00fcdinsel hatte ich bei meiner Ankunft im Dunkeln nicht wirklich wahrgenommen. Sie lag eingehahmt in eine h\u00fcgelige Berglandschaft am Ende des Queen-Charlotte-Sound. Der Ausblick vom nahegelegenen H\u00fcgel auf dem Fjord mit seinen zahlreichen Buchten war atemberaubend. Die Stadt besteht haupts\u00e4chlich aus einem Hafen und ein paar Restaurants und Caf\u00e9s am Hafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Abends kam pl\u00f6tzlich ein heftiger Sturm auf, der unseren kleinen Van auf dem Parkplatz und die B\u00e4ume rings herum ordentlich durchsch\u00fcttelte. F\u00fcr die Cook Strait, die wir \u00fcberqueren mussten um zur Nordinsel zu gelangen, waren 5m hohe Wellen angesagt. Der Wind kam aus S\u00fcd, ungebremst aus der Antarktis, so w\u00fcrden die Wellen seitlich auf das Schiff treffen. Das konnte ja lustig werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kapit\u00e4n verk\u00fcndete zu Beginn der \u00dcberfahrt, dass es diesmal l\u00e4nger dauern w\u00fcrde und wir Wellington statt um 1 erst um 3 Uhr morgens erreichen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste Drittel der \u00dcberfahrt war ruhig, denn wir mussten erstmal aus dem Fjord rauskommen, der uns im Moment noch vor der Schaukelei bewahrte. Ich schlief ein und tr\u00e4umte, dass ich fiel und fiel und fiel\u2026. BUUUUUMMMM ein dumpfer Schlag riss mich aus dem Schlaf. Die erste Welle hatte die F\u00e4hre getroffen. Scheinbar hatten wir die Cook Strait erreicht. BAAFFF!!! Das war die n\u00e4chste Welle. Das ganze Schiff zitterte. Nach ein paar weiteren dumpfen Schl\u00e4gen hatten wir uns eingeschaukelt und rollten \u00fcber die Wellenberge. Im Flugzeug h\u00e4tten bei solchen Turbulenzen l\u00e4ngst die Anschnallzeichen aufgeleuchtet und alle w\u00e4ren gezwungen gewesen, auf ihren Sitzen zu bleiben. Auch das Bordpersonal w\u00fcrde bei solchen Bedingungen sitzen. Auf der F\u00e4hre kam die Durchsage: Kostenloser Kaffee und alkoholfreie Kaltgetr\u00e4nke f\u00fcr alle \u2013 als Entschuldigung f\u00fcr die Versp\u00e4tung. Als Erg\u00e4nzung noch der Hinweis: man m\u00f6ge sich bitte beim Gehen an den Gel\u00e4ndern festhalten. In der Tat: Laufen auf dem Schiff war nicht so einfach. Die Gesichtsfarbe so mancher Passagiere \u00e4nderte sich und die ersten beugten sich \u00fcber die Reling oder griffen \u2013 wich ich \u2013 zur Papiert\u00fcte (wobei ich gestehen muss, dass mir die letzte Mahlzeit schon vor Betreten des Schiffs schwer im Magen lag). Nach ca. 1,5 Std. hatten wir die gesch\u00fctzte Bucht von Wellington erreicht und es wurde wieder ruhiger. Schlie\u00dflich machten wir um 3 Uhr am Kai fest. Aber es dauerte noch eine ganze Stunde, bis wir endlich das Schiff verlassen konnten. Da es in Wellington selbst nur begrenzte Freedomcampingpl\u00e4tze gab, die um diese Zeit sicherlich alle belegt waren, mussten wir noch eine Stunde fahren, bis wir um 5 Uhr morgens endlich unseren Schlafplatz am Ufer eines Sees erreichten.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der Osten der Nordinsel<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>(2. \u2013 20. M\u00e4rz )<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260303_111844-1024x735.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2224\" width=\"-116\" height=\"-83\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260303_111844-1024x735.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260303_111844-300x215.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260303_111844-768x551.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260303_111844-1536x1102.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260303_111844-2048x1469.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es st\u00fcrmte immer noch heftig und der Regen prasselte auf den Bus, den wir bei der Ankunft schlauerweise mit der Nase in den Wind gestellt hatten, sodass wir weniger durchgesch\u00fcttelt wurden.<br>Gegen Mittag verlie\u00dfen wir den eigentlich sch\u00f6nen Platz am See und fuhren weiter gen S\u00fcdosten an die S\u00fcdspitze der Nordinsel. Die Stra\u00dfe verlief an der aufgepeitschten See entlang. Der Strand wurde von meterhohen heranrollenden Wellen \u00fcbersp\u00fclt, deren Gischt teilweise bis auf die Stra\u00dfe spritze.<br>Der Camper hatte uns die letzten zwei Monate treue Dienste geleistet und uns zuverl\u00e4ssig \u00fcberall hingebracht, wo wir hin wollten. W\u00e4hrend der Fahrt war es allerdings recht laut und 100 km\/h f\u00fchlten sich an, als w\u00fcrde das Auto bald auseinander fallen. Aber der Bus war alt und ich war L\u00e4rm von alten Autos gewohnt. Dann machte Olivier eine Entdeckung. Der obere Teil des Schaltbereichs umfasste Parken, R\u00fcckw\u00e4rts und Neutral. Dann ging es in den Unteren Bereich der G\u00e4nge \u00fcber: D-3, 2 und L (f\u00fcr Low). Ich fuhr, wie man mir bei der Einf\u00fchrung gesagt hatte, immer in D-3 und nutze 2 und L nur f\u00fcr steilere Berge. Was ich aber bis jetzt nicht bemerkt hatte war, dass D-3 zwei Positionen hatte: eine rechts f\u00fcr 3 und eine links f\u00fcr D. Letztere hatte ich bis jetzt gar nicht wahrgenommen, da der Schalthebel fast automatisch in die rechte Position rutschte. Olivier lie\u00df den Schaltkn\u00fcppel jedoch links und der Bus rollte leise mit 100 km\/h \u00fcber die Stra\u00dfen. Welch eine Entdeckung nach 2 Monaten Geheule! Auf den hohen Spritverbrauch hatte diese Entdeckung jedoch erstaunlicher Weise keine Auswirkungen.<br>Die Pinnacles, riesige S\u00e4ulen aus Kalkstein, die ein wenig an das t\u00fcrkische Kappadokien erinnerten, konnten wir leider nur aus der Ferne von einem Aussichtspunkt betrachten. Trotzdem war der Anblick beeindruckend.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-6 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1650-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2220\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1650-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2220\" class=\"wp-image-2220\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1650-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1650-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1650-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1650-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1650-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1659-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2223\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1659-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2223\" class=\"wp-image-2223\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1659-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1659-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1659-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1659-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1659-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Es war immer noch st\u00fcrmisch, als wir die S\u00fcdspitze verlie\u00dfen und weiter zum Leuchtturm von Castlepoint fuhren, der hoch oben auf einer Klippe thronte. Der Sand fegte \u00fcber den Parkplatz und die meterhohen Wellen klatschten an die vorgelagerten Felsen und die Gischt spritze. Es war kalt. Daunenjacke, M\u00fctze und Schal kamen das erste Mal zum Einsatz. Aber die Neuseel\u00e4nder hatte und schon vorgewarnt, dass man manchmal alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben kann. Uns war eher nach Sommer und wir fuhren weiter nach Norden zum Cape Kidnappers, wo es tats\u00e4chlich so warm war, dass wir unsere Shorts wieder auspacken und im T-Shirt herumlaufen konnten. Aufgrund des Sturms der letzten Tage war die See immer noch sehr aufgew\u00fchlt und das Hochwasser versperrte trotz eigentlicher Ebbe den Weg zur Basst\u00f6lpelkolonie, sodass es bei einer Wanderung am Strand entlang der steilen Klippen blieb.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260306_115948-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2232\" width=\"333\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260306_115948-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260306_115948-300x169.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260306_115948-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wir machten einen kurzen Spaziergang durch Napier, die Stadt, die f\u00fcr ihre Art d\u00e9co Architektur bekannt ist. Die sch\u00f6n verzierten Hausfassaden in Kombination mit den Palmen lie\u00dfen ein richtiges Sommerfeeling aufkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollten aber weiter zu den Vulkanen des Tongariro-Nationalparks im Landesinneren der Nordinsel. Die Stra\u00dfe f\u00fchrte \u00fcber die Berge, die \u2013 im Gegensatz zu den Bergen im Westen der Nordinsel \u2013 mit Nadelb\u00e4umen bewachsen waren. Den sch\u00f6nen Urwald, der mir am Anfang der Reise so gefallen hatte, gab es hier nicht, er musste wohl der Holzindustrie weichen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1702-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2237\" width=\"311\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1702-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1702-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1702-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1702-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1702-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 311px) 100vw, 311px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Vom ber\u00fchmten Alpin-Crossing sahen wir angesichts der 20 km \u00fcber die Berge mit steilen An- und Abstiegen, der Shuttleorganisation und den teuren Parkgeb\u00fchren jedoch ab und w\u00e4hlten eine weniger frequentierte Tour zu den Tama-Lakes, zwei Kraterseen im Zentrum des Nationalparks. Der Weg f\u00fchrte durch unterschiedliche Vegetationszonen von Wald \u00fcber Steppe leicht bergauf bis hin zu karger Felslandschaft. Die beiden Kraterseen erstrahlten tiefblau unter uns, bewacht von den beiden noch aktiven Vulkanen, die ausnahmsweise klar zu sehen waren. Am n\u00e4chsten Morgen sahen wir nichts mehr von den stolzen Feuerbergen, denn sie waren in Wolken verh\u00fcllt. Wir fuhren weiter nach Norden und erreichten die Gegend um Rotorua, die f\u00fcr ihre geothermischen Aktivit\u00e4ten bekannt ist. \u00dcberall dampfte es aus den W\u00e4ldern und es roch leicht nach einer Mischung aus faulen Eiern und Wandfarbe. Es war wieder k\u00e4lter geworden und ich freute mich auf ein Bad im warmen Kerosene Creek, einem Bach, der durch hei\u00dfe Quellen gespeist wird und ca. 38-40\u00b0C warm ist \u2013 die perfekte Temperatur f\u00fcr mich.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1727-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2245\" width=\"416\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1727-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1727-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1727-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1727-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1727-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 416px) 100vw, 416px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nur wenige Kilometer n\u00f6rdlich lag das Vulcanic Valley, das Tal mit dem ber\u00fchmten Frying Pan Lake. Das Wasser in dem See dampfte und blubberte. Es war \u00fcber 50\u00b0C hei\u00df und sehr s\u00e4urehaltig, weshalb ich meinen Finger lieber nicht hinein tauchte. Es gab einen kleinen Geysier und einen weiteren t\u00fcrkisblauen See, der mit 70\u00b0C sogar noch hei\u00dfer als der Frying Pan Lake war. Neben den Fl\u00fcssen, die die Seen miteinander verbanden, hatten sich Mineralien in allen erdenklichen wei\u00df-grau-braun-gelb-T\u00f6nen abgelagert und aus schwarzen L\u00f6chern stieg wei\u00dfer Dampf auf. Die V\u00f6gel schien das alles wenig zu beeindrucken. Sie staksten in dem schlammigen, warmen Wasser umher und pickten nach Futter. <br>Wir verlie\u00dfen die geothermische Gegend f\u00fcr einen kleinen Abstecher in den Whirinaki Forest Park. Die Stimmung dort war trotz des wundersch\u00f6nen Urwalds irgendwie dr\u00fcckend. Vielleicht lag es aber auch an den vielen Maoris in einem Dorf, die alle nicht sonderlich gl\u00fccklich aussahen und eher d\u00fcster guckten. Die Nacht verbrachten wir allein auf einem sch\u00f6nen Freedom Campingplatz mit mehreren Feuerstellen. Der Platz lag abgelegen in den Bergen und war nur \u00fcber eine schmale Schotterstra\u00dfe zu erreichen. Handyempfang gab es dort nicht. Daf\u00fcr Lagerfeuer und unz\u00e4hlige M\u00fccken. <br>Die Anweisung der Autovermietung war: Ladung im Van sichern, einen weiten Platz finden und dann Vollgas r\u00fcckw\u00e4rtsfahren und Vollbremsung. Das Ganze f\u00fcnf Mal widerholen. Ich lie\u00df Olivier auf dem leeren Parkplatz mit dem Auto alleine und ging erstmal auf Toilette. Ich h\u00f6rte wie der Motor aufheulte, es quietschte und gleich darauf das Rutschen auf dem Kies. Dann wieder und wieder. Als ich aus dem Toilettenh\u00e4uschen herauskam, war der Parkplatz in eine dichte Staubwolke geh\u00fcllt. Aber das Quietschen war nicht mehr zu h\u00f6ren \u2013 der Stein hatte sich gel\u00f6st und wir konnten unbesorgt unsere Urwaldwanderung antreten.<br>In Rotorua roch es tats\u00e4chlich weniger intensiv nach faulen Eiern als alle immer sagten. Obwohl die Stadt direkt neben einem gro\u00dfen Geothermal-Park liegt, dessen Ausl\u00e4ufer bis in die Stadt hinein reichen, roch es nur in unmittelbarer N\u00e4he der vielen hei\u00dfen Quellen nach Schwefel.\u00a0 Im Stadtpark gab es ein \u00f6ffentliches, warmes Fu\u00dfbad, indem wir unsere F\u00fc\u00dfe ins warme Wasser tauchten. <br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-7 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1758-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2251\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1758-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2251\" class=\"wp-image-2251\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1758-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1758-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1758-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1758-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1758-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1806-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2257\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1806-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2257\" class=\"wp-image-2257\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1806-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1806-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1806-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1806-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1806-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1799-1024x683.jpg\" alt=\"\" data-id=\"2256\" data-full-url=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1799-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?attachment_id=2256\" class=\"wp-image-2256\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1799-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1799-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1799-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1799-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1799-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach fast einer Woche zwischen den dampfenden L\u00f6chern hatten wir genug vom Schwefelgeruch und wir vermissten Sonne, Strand und Meer. Also ab nach Norden an die K\u00fcste. Dort fanden wir, was wir suchten, au\u00dferdem den sch\u00f6nen unber\u00fchrten Urwald und es war warm! Endlich wieder Sommer! Die letzten Tage waren mit rund 18\u00b0C eher herbstlich gewesen. Die sich langsam bunt verf\u00e4rbenden B\u00e4ume best\u00e4tigten unser Gef\u00fchl. Nun schwitzten wir nachts bei 20\u00b0C im Bus und auch tags\u00fcber war es so warm, dass wir unsere kurzen Hosen wieder aus den Tiefen der Kleiderkiste hervorholen konnten.<br>Der Hotwaterbeach ist bekannt f\u00fcr seine hei\u00dfen Quellen unter dem Sand. Wenn man sich bei Niedrigwasser einen Pool in den Sand gr\u00e4bt, wird dieser mit hei\u00dfem Wasser von unten gef\u00fcllt. In Kombination mit den hereinschwappenden Wellen konnte man den perfekt temperierten Pool am Strand haben. Doch leider war der Strand vom Hochwasser \u00fcbersp\u00fclt, sodass wir nicht in den Genuss der warmen Badewanne kamen.<br><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260315_164705-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2264\" width=\"333\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260315_164705-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260315_164705-300x169.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260315_164705-768x432.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260315_164705-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260315_164705-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260315_164705-1140x641.jpg 1140w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260315_164705-540x304.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Daher fuhren wir weiter zur Cathedral Cove. Dort war deutlich mehr los, und am Strand tummelten sich sogar noch mehr Menschen, die mit dem Wassertaxi hergebracht wurden. Trotzdem war der Ausblick auf das t\u00fcrkisblaue Meer und die vorgelagerten Inseln wundersch\u00f6n \u2013 fast ein bisschen wie Karibikfeeling, trotz Fr\u00fchherbst. Der Felsbogen war im Vergleich zu dem, was ich vorher schon gesehen hatte, eher klein, aber die wei\u00dfen Felsen vor dem blauen Wasser waren definitiv sehenswert. <br>Die Stellpl\u00e4tze waren hingegen etwas voller und recht streng reglementiert. Es gab nur Platz f\u00fcr 4-10 Camper und man sollte nicht vor 17:00 Uhr eintreffen (was kaum beachtet wurde) und musste den Platz um 9:00 Uhr wieder verlassen (was f\u00fcr uns recht fr\u00fch war).<br>Den letzten Platz auf der Halbinsel fanden wir an der Westk\u00fcste. Dort schl\u00e4ngelte sich die Stra\u00dfe zwischen Meer und Bergen immer an der K\u00fcste entlang. Unterwegs genossen wir die besten Austern, die ich jemals gegessen hatte: sehr mild im Geschmack und weich in der Konsistenz. Auch der Paua-Fritter war sehr lecker \u2013 wenngleich seine bl\u00e4uliche Farbe ein wenig gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig war. Aber einmal wollten wir das Fleisch der Regenbogenmuschel probiert haben. Der Geschmack: leicht s\u00fc\u00dflich-salzig. <br>Ein \u00e4lteres Paar stellte sich neben uns, ebenfalls mit Gitarre im Gep\u00e4ck. Es dauerte nicht lange, bis sie mit dem anderen Gitarristen ins Gespr\u00e4ch kamen \u2013 St\u00fchle wurden zusammenger\u00fcckt, Noten ausgepackt und schon wurde gemeinsam musiziert. Lagerfeuer-Feeling ganz ohne Lagerfeuer.<br>Auf der anderen Seite parkte ein deutsches P\u00e4rchen \u2013 mit ordentlich Abstand zu uns und allen anderen. Sie legten sorgf\u00e4ltig Steine unter ihre Vorderr\u00e4der, damit der Bus auch ja perfekt gerade stand, und erkl\u00e4rten den Platz neben sich kurzerhand zur privaten Terrasse, inklusive Campingm\u00f6beln als Parkplatzblockade.<br>Dann kam der erste weitere Camper und fragte freundlich, ob sie ein kleines St\u00fcck zur Seite r\u00fccken k\u00f6nnten, damit er noch in eine der L\u00fccken passt. Ich war mir ziemlich sicher, dass das kein Problem sein w\u00fcrde \u2013 falsch gedacht. Die beiden fuhren einfach wieder.<br>Der n\u00e4chste Camper versuchte sein Gl\u00fcck. Diesmal mischte ich mich sogar ein und sprach die beiden auf Deutsch an. Vielleicht hilft\u2019s ja. Tat es nicht. Stattdessen bekam ich eine ausf\u00fchrliche Erkl\u00e4rung zum notwendigen Sicherheitsabstand aus Brandschutzgr\u00fcnden \u2013 und dass man ja schlie\u00dflich schon \u201egesettelt\u201c sei. Die Steine lagen schlie\u00dflich schon.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1832-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2266\" width=\"394\" height=\"262\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1832-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1832-300x200.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1832-768x512.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1832-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DSC1832-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 394px) 100vw, 394px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Also wurde ich kurzerhand selbst kreativ und parkte unseren Van ein bisschen dichter an die Nachbarn heran. Und siehe da: Pl\u00f6tzlich passte doch noch ein Microcamper dazwischen. Der Engl\u00e4nder war happy \u00fcber den letzten freien Platz \u2013 und der brandschutzbedingte Sicherheitsabstand der Deutschen schrumpfte dabei ganz unauff\u00e4llig auf etwa 30 Zentimeter zusammen. So schnell kann sich Sicherheit relativieren.<br>Als die Sonne sich dem Horizont n\u00e4herte und das Licht w\u00e4rmer wurde, r\u00fcckten alle ihre St\u00fchle an die Wasserkante und man versammelte sich zum gemeinsamen Sonnenuntergang gucken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Leute auf diesem Stellplatz waren ein ganz gutes Abbild dessen, was wir in den letzten Monaten so erlebt hatten. Die Neuseel\u00e4nder waren offen und gespr\u00e4chig. Ein lockeres \u201eHi, how are you? What\u2019s your plan for today?\u201c \u2013 und schon war man mitten im Smalltalk. Egal ob an der Supermarktkasse, auf dem Campingplatz oder irgendwo auf einem Wanderweg \u2013 ein paar nette Worte gingen eigentlich immer.<br>Auch in den L\u00e4den waren die Neuseel\u00e4nder meistens gut gelaunt und ich habe es \u00f6fter erlebt, dass die Neuseel\u00e4nder zur Musik, die aus den Lautsprechern schallte, sangen. Bei bekannten Liedern fielen sogar manche Kunden ein. In einem Souveniershop in Gerymouth sang pl\u00f6tzlich der ganze Laden den Refrain zu Hey Jude von den Beatles mit und die Stimmung war ausgelassen und fr\u00f6hlich.<br>Die Touristen hingegen waren leider oft das genaue Gegenteil. Insbesondere junge Deutsche Anfang bis Mitte 20. Da wurde der Gru\u00df beim Wandern gekonnt \u00fcberh\u00f6rt und auf dem Stellplatz so getan, als w\u00e4ren wir schlicht nicht vorhanden \u2013 trotz minimalem Abstand. Stattdessen wurde lieber aufs Handy oder Tablet gestarrt, als h\u00e4tte man die Landschaft nur aus Versehen gebucht.<br>Ganz anders wiederum die etwas \u00e4lteren Reisenden, ab 50 aufw\u00e4rts. Mit denen war man sofort im Gespr\u00e4ch, tauschte Tipps aus oder lief auch mal ein St\u00fcck gemeinsam weiter. Woran diese Unterschiede liegen? Schwer zu sagen. Vielleicht eine Mischung aus Pandemie-Nachwirkungen,\u00a0 Dauerbegleitung durch das Smartphone und Sprachschwierigkeiten. Trotzdem ein bisschen schade \u2013 vor allem, dass ausgerechnet die Deutschen dabei eher durch Unfreundlichkeit auffielen. Andere Nationalit\u00e4ten wirkten deutlich offener, und Reisende aus englischsprachigen L\u00e4ndern waren den Neuseel\u00e4ndern in ihrer entspannten Art ziemlich \u00e4hnlich \u2013 nur dass sie etwas langsamer sprachen und dadurch leichter zu verstehen waren.<br><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260317_150621-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2270\" width=\"387\" height=\"217\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260317_150621-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260317_150621-300x169.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260317_150621-768x432.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/20260317_150621-1536x864.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 387px) 100vw, 387px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Unsere Reise neigte sich langsam dem Ende zu. Start- und Zielpunkt lagen pl\u00f6tzlich wieder vor uns \u2013 die Skyline von Auckland, die wir schon von einem Pass aus in der Ferne ersp\u00e4ht hatten. Ein seltsames Gef\u00fchl, wieder dort anzukommen, wo alles begonnen hatte.<br>Wir verabschiedeten uns von unserem treuen Camper, den ich inzwischen liebevoll \u201eMoby, the blue little elephant\u201c getauft hatte, und bezogen ein Hotelzimmer.<br>Nach fast drei Monaten war ich mit dem Linksverkehr eigentlich ganz gut vertraut \u2013 auch wenn ich gelegentlich noch den Scheibenwischer statt des Blinkers aktivierte. Und dann waren da diese Momente, in denen ich mich jedes Mal kurz erschreckte: Menschen auf dem \u201eFahrersitz\u201c, die seelenruhig aufs Handy schauten oder in einen Burger bissen, den sie mit beiden H\u00e4nden hielten, w\u00e4hrend das Auto perfekt durch den Kreisverkehr rollte. Bis mir wieder einfiel: Ach ja \u2013 das ist ja der Beifahrer. Der eigentliche Fahrer sitzt rechts, hat mindestens eine Hand am Steuer und schaut ganz vorbildlich nach vorne.<br>R\u00fcckblickend auf die letzten 11 Wochen kann ich sagen: ja, es stimmt, Neuseeland ist wie ein Miniatur-Europa: alle Highlights auf zwei Inseln, die zusammen nur 2\/3 von Deutschland sind. Allerdings gibt es fast alle Landschaften auch in Europa: dichten Urwald findet man z.B. auf La Gomera, einsame Str\u00e4nde wie den Ninety Mile Beach gibt es in D\u00e4nemark. F\u00fcr t\u00fcrkisfarbenes Meer und bewaldete Buchten empfehle ich einen Ausflug ans Mittelmeer und\u00a0 f\u00fcr die Fjordlandschaften im Fiordland nat\u00fcrlich Norwegen. Berge gibt es gleich an mehreren Stellen: z.B. in den Alpen oder in den Pyren\u00e4en und hei\u00dfe Quellen und Geysire findet man in Island.<br>Ein paar Sachen gibt es aber nur in Neuseeland und die sind die Reise hierhin absolut wert. Z.B, die Gl\u00fchw\u00fcrmchenh\u00f6hlen oder die Silberfarn-Palmen, die Kombination aus Meer und Regenwald und nat\u00fcrlich Kiwis, Keas, und Kakapos auch wenn man diese selten bis gar nicht zu Gesicht bekommt. Ich w\u00fcsste auch nicht, wo man so nah an Robben und Seel\u00f6wen in freier Wildbahn heran kommt.<br>Gef\u00e4hrliche Tiere gibt es in Neuseeland praktisch nicht und auch die Menschenmassen halten sich in Grenzen. Selbst an den belebten Touristenhotspots ist es vergleichsweise ruhig.<br>Vor der Reise wurde ich oft gefragt, ob ich mir vorstellen k\u00f6nnte, nach Neuseeland auszuwandern. Klar, die Landschaft ist atemberaubend, und dass man in relativ kurzer Zeit so viele verschiedene Natursch\u00f6nheiten erreichen kann, hat definitiv seinen Reiz. Alles wirkt ein bisschen entspannter, die Probleme, die sonst unsere Nachrichten f\u00fcllen, scheinen hier weit weg und pl\u00f6tzlich unwichtiger \u2013 abgesehen vom Irakkrieg, der auch hier die Spritpreise nach oben trieb. Trotzdem war Benzin hier oft g\u00fcnstiger als in Deutschland, genauso wie Restaurantbesuche.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260317_152805-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2271\" width=\"407\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260317_152805-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260317_152805-300x169.jpg 300w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260317_152805-768x432.jpg 768w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260317_152805-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260317_152805-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260317_152805-1140x641.jpg 1140w, https:\/\/nordlichtblog.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_20260317_152805-540x304.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 407px) 100vw, 407px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Betrachtet man allerdings das Einkommen \u00e4ndert sich die Sichtweise: das neuseel\u00e4ndische Mediangehalt liegt bei umgerechnet etwa 35.000 \u20ac brutto im Jahr, Deutschland kommt auf rund 48.000 \u20ac. Und wenn man mit diesem Gehalt ein kleines Haus mit etwa 50\u202fm\u00b2 bezahlen muss, das so viel kostet wie ein Haus in Deutschland mit der doppelten Fl\u00e4che, die Lebensmittel \u00e4hnlich teuer sind und die Autos \u00e4lter und durstiger \u2013 dann versteht man, warum alle sagen, Neuseeland sei teuer.<br>Dazu kommt: Krankenh\u00e4user und \u00c4rzte sind besonders auf dem Land oft eine Stunde entfernt, und die Sozialversicherungen decken nur das Minimum ab. Wer mehr Absicherung will, muss selbst aktiv werden und eine Zusatzversicherung abschlie\u00dfen.<br>Ich glaube, das erkl\u00e4rt ganz gut, warum momentan mehr Leute Neuseeland verlassen, als dorthin ziehen. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich hei\u00dft das: So sch\u00f6n es hier auch ist, Deutschland bleibt doch der praktischere Wohnort \u2013 auch wenn ich hier nicht mit allem zufrieden bin. Aber wo anders ist es auch nicht unbedingt besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Du noch mehr Bilder von Neuseeland sehen m\u00f6chtest, klicke <a href=\"hier: https:\/\/nordlichtblog.de\/?page_id=24&amp;gallery=neuseeland-2026\">hier<\/a><a href=\"https:\/\/nordlichtblog.de\/?page_id=24&amp;gallery=neuseeland-2026\">.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Norden der Nordinsel (01.-13. Januar 2026)Das Jahr beginnt f\u00fcr mich am anderen Ende der Welt. Um 16:30 Uhr steige ich am 1. Januar 2026 in Auckland aus dem Flugzeug. Mir schl\u00e4gt warme Luft entgegen. 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