{"id":1511,"date":"2020-09-13T22:20:04","date_gmt":"2020-09-13T20:20:04","guid":{"rendered":"http:\/\/nordlichtblog.de\/?p=1511"},"modified":"2020-09-13T22:20:06","modified_gmt":"2020-09-13T20:20:06","slug":"daenisches-inselmeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nordlichtblog.de\/?p=1511","title":{"rendered":"D\u00e4nisches Inselmeer"},"content":{"rendered":"\n<p>Zu Corona-Zeiten ist das Reisen ja nicht so einfach. Risikogebiete mit Quarant\u00e4nefolgen, geschlossene Grenzen und st\u00e4ndige Unsicherheit sind nicht gerade motivierend f\u00fcr gro\u00dfe Reisepl\u00e4ne, weshalb ich mich entschloss, das nahegelegene d\u00e4nische Inselmeer zu erkunden. Nach den ganzen Roadtrips der letzten Jahre hatte ich auch mal wieder Lust auf Natur, Paddeln und Zelt, wof\u00fcr das gew\u00e4hlte Urlaubsziel perfekt geeignet war.<br>D\u00e4nemark empfing mich mit wechselhaftem Wetter: der Regen prasselte auf die Scheibe, die Sonne schien und ein Regenbogen spannte sich wie ein Willkommenstor \u00fcber die Autobahn. Auf der ersten Insel Als fand ich an der Westk\u00fcste einen sch\u00f6nen Platz direkt am Wasser besichtigte am n\u00e4chsten Tag zwei Leuchtt\u00fcrme und machte einen Spaziergang durch einen verwunschenen Wald mit verschn\u00f6rkelten Buchen direkt an der K\u00fcste. Als ich genug gesehen hatte, machte ich mich auf nach Fynshav und rollte als Letzte gerade noch rechtzeitig auf die F\u00e4hre, die hinter mir ihr Hecktor schloss und Richtung Fyn ablegte.<br>Auf der \u00dcberfahrt hatte ich einen guten Blick auf mein gew\u00e4hltes Paddelrevier, die D\u00e4nische S\u00fcdsee und war doch etwas erstaunt, wie weit die Inseln teilweise doch auseinander lagen. Der Wind wehte frisch und peitschte die Wellen an die fynische K\u00fcste. Kritisch be\u00e4ugte ich das Ganze und beschloss nach einem Blick in die Windvorhersage, meine Kajaktour auf n\u00e4chste Woche zu verschieben. Das Wetter sollte nicht besser werden: viel Wind, dementsprechend hohe Wellen und zunehmend regnerischer. Da waren die Aussichten im Bus doch etwas gem\u00fctlicher. <br>Ich fuhr quer \u00fcber die Insel und erreichte nach ca. einer Stunde Fahrt Fynshoved, den ich am n\u00e4chsten Tag zu Fu\u00df und per Boot erkundete. Die Landzunge erstreckte sich im Norden der Insel in seichte Gew\u00e4sser. Von der h\u00fcgeligen Spitze hatte man einen sch\u00f6nen Blick auf die umliegenden Inseln. Am Nachmittag umrundete ich noch eine Insel, die, gesch\u00fctzt in einer Bucht, im S\u00fcden der Halbinsel lag. Lautlos glitt ich mit dem Kajak durch das spiegelglatte Wasser. Ein paar V\u00f6gel flogen tief \u00fcber der Wasseroberfl\u00e4che und suchten nach den Fischen, die ein Fischer etwas weiter entfernt gerade aus seinen Reusen zog. <br>Wieder an Land, machte ich mich auf zum Gro\u00dfen Belt, wo ich einen wundersch\u00f6nen Stellplatz direkt am Wasser fand. Ich parkte 20m von der Wasserkante entfernt auf einem steinigen Strand und beobachtete vom Bett aus die vorbeiziehenden Schiffe, als ein paar Schweinswale vor mir auftauchten und mit ihren spitzen R\u00fcckenflossen immer wieder die Wasseroberfl\u00e4che durchstachen. <br>Am Abend fing es an zu regnen. Gleichzeitig schien die untergehende Sonne unter der Regenwolke hindurch und malte genau \u00fcber meinen Bus einen pr\u00e4chtigen Regenbogen an den dunklen Himmel. <br>Nach einem Morgenbad im Sonnenaufgang und einem ausgiebigen Strandspaziergang fuhr ich am n\u00e4chsten Morgen ins nahegelegene Kerteminde. Die Stra\u00dfen der Kleinstadt waren von kleinen, bunten H\u00e4uschen ges\u00e4umt. An den Hausecken wuchsen Stockrosen und in den Schaufenstern gab es allerlei Kunst und Kunsthandwerk zu bestaunen. <br>Gegen Mittag verlie\u00df ich Fyn \u00fcber die gro\u00dfe Beltbr\u00fccke. Diese Br\u00fccke \u00fcberspannt auf 13 Km den gro\u00dfen Belt und auf ihr zu fahren, war ein wahrer Genuss. Eine tiefer gelegene Br\u00fccke f\u00fchrte hinaus aufs Meer auf eine Insel, vorbei an einem h\u00fcbschen Leuchtturm, auf die drittgr\u00f6\u00dfte H\u00e4ngeseilbr\u00fccke der Welt. In moderater Steigung f\u00fchrte die Stra\u00dfe auf die hohen Betonpfeiler zu, die \u00fcber 200m hoch in den Himmel ragten und die Fahrbahn zwischen sich an dicken Seilen, die eher wie Rohre aussahen, festhielten. Von der Fahrbahn, die nun ca. 70m \u00fcber dem Meeresspiegel lag, hatte ich eine fantastische Aussicht auf den gro\u00dfen Belt. Die eigentlich gro\u00dfen Schiffe wirkten in der blauen Wasserweite wie Spielzeugboote und nach vorne gab es einen sch\u00f6nen Blick auf die n\u00e4chste Insel Seeland. <br>An der Ostk\u00fcste der Insel hatte ich mein Tagesziel erreicht: Stevns Klint. In dem gut 40m hohen Kreidek\u00fcstenstreifen gab es mehrere Gesteinsschichten aus unterschiedlichen Zeiten. Ein schmaler, dunkler horizontaler Streifen zeugte vom Aussterben der Dinosaurier vor mehreren Millionen Jahren. K\u00fcrzere vertikale Streifen waren durch Steinabbau entstanden. Um die nahegelegene Kirche und H\u00e4user zu errichten, hatten die Menschen fr\u00fcher quaderf\u00f6rmige Bl\u00f6cke aus dem Kreidefelsen gehauen. Die Kirche hatte Anfang des 20. Jahrhunderts den vorderen Teil des Kirchenschiffs an das Meer verloren. Die Abbruchkante war im Laufe der Jahre immer n\u00e4her an die Kirche heranger\u00fcckt, bis ein Teil der Kirche die Klippe hinabgest\u00fcrzt war. Mit verschiedenen K\u00fcstenschutzma\u00dfnahmen wird seitdem versucht, die Erosion aufzuhalten und den Rest der Kirche zu erhalten. <br>F\u00fcr die n\u00e4chsten Tage war Sturm und Regen angesagt. Ich suchte mir einen gesch\u00fctzten Platz im S\u00fcdosten Seelands an der K\u00fcste, wo ich gut im schlechten Wetter ausharren konnte. Am n\u00e4chsten Morgen erwartete ich den Wind, der an meinem Bus r\u00fcttelte und den Regen aufs Dach peitschte. Als ich aufwachte, war absolute Stille. Nichts regte sich. Dicke Wolken schoben sich \u00fcber den Himmel, lie\u00dfen aber hier und da einen Sonnenstrahl durch und gaben die Sicht auf blauen Himmel frei. <br>Das nahegelegene Naturschutzgebiet lie\u00df sich leider nicht erkunden, da die eingezeichnete Br\u00fccke auf die Insel nicht mehr existierte. Gegen Mittag kam der Regen und ich fuhr auf die Insel M\u00f8n. Dort war es sehr schwierig, einen sch\u00f6nen Stellplatz f\u00fcr die Nacht zu finden. Von den letzten Tagen war ich sehr verw\u00f6hnt, weil ich jede Nacht einsam und direkt am Wasser stand. Auf M\u00f8n gab es auch viele einsame Pl\u00e4tze direkt am Wasser aber auch ebenso viele Verbotsschilder f\u00fcr Wohnmobile, die ich eher von D\u00e4nemarks Nordseek\u00fcste kannte. Schlie\u00dflich entschied ich mich f\u00fcr einen kleinen, gem\u00fctlichen Parkplatz mitten in einem Fischerdorf, an dem schon einige andere Camper standen. <br>Am n\u00e4chsten Tag erkundete ich die Steilk\u00fcste. Ich startete vom Besucherzentrum des Nationalparks. Eine Alternative gab es aber auch nicht, da die Stra\u00dfe zum Besucherzentrum von Parkverbotsschildern ges\u00e4umt war. Dank des schlechten Wetters waren relativ wenige Menschen unterwegs. Die Treppen und Z\u00e4une, die die Besucher leiten sollten, lie\u00dfen aber auf Menschenmassen bei gutem Wetter schlie\u00dfen. <br>Der Weg f\u00fchrte durch einen Buchenwald nach Norden. Von einzelnen Aussichtspunkten hatte man nicht nur eine sch\u00f6ne Sicht auf die pr\u00e4chtigen Kreidefelsen sondern auch einen Weitblick, der von Kopenhagen im Norden \u00fcber Malm\u00f6, Trelleborg bis R\u00fcgen und Hiddensee im S\u00fcdosten reichte. <br>Ich nahm die n\u00e4chste Treppe nach unten um mir die wei\u00dfe Felsenpracht vom Strand aus anzusehen. Der Angler im Wasser sah neben den knapp 130m hohen Felsen winzig aus. <br>Es begann zu regnen. Die tiefh\u00e4ngenden Wolken und der Regennebel, der um die Felsen zog, sorgten f\u00fcr eine mystische Stimmung.<br>Der Steinstrand wurde immer schmaler und h\u00f6rte schlie\u00dflich ganz auf. Ich versuchte \u00fcber einen Haufen lehmigen Kreidefelsenmatsch zu klettern, den ein Erdrutsch dort hingesch\u00fcttet hatte. Dies erwies sich allerdings als schlechte Idee, da ich immer wieder einsank. Der Matsch klebte an meinen Schuhen und formte meine F\u00fc\u00dfe zu unf\u00f6rmigen, wei\u00dfen Klumpen. Au\u00dferdem f\u00fchrte der schmale, rutschige Trampelpfad etwas die nackten Felsen hinauf und es gab nur ein paar einzelne Grashalme, die mir zum Festhalten keinen sonderlich vertrauenserweckenden Eindruck machten. Von den glitschigen Felsen abzurutschen und ins Wasser zu fallen, schien mir keine sch\u00f6ne Aussicht, weshalb ich mich gleich f\u00fcr den Wasserweg entschied, bevor mich die Schwerkraft dazu zwang. Das Gehen war nicht so einfach. Der steinige Grund war im aufgew\u00fchlten Kreidewasser nicht zu sehen. Die kniehohen Wellen klatschten mit solcher Wucht an die Felswand, dass sie mich manchmal fast aus dem Gleichgewicht brachten und ich froh war, dass ich mich am Stein abst\u00fctzen konnte. Ich wartete, bis die Wellen zur\u00fcckrollten, ging einen Schritt, blieb stehen, lie\u00df die n\u00e4chste Welle \u00fcber meine F\u00fc\u00dfe rollen und ging wieder weiter, als die Sicht klarer wurde. So tastete ich mich Schritt f\u00fcr Schritt um die Felsnase herum bis zum n\u00e4chsten Strand. <br>Schlie\u00dflich erreichte ich die n\u00e4chste Treppe und ging durch den Wald aus verschn\u00f6rkelten Buchen, vorbei am h\u00fcgeligen Weidehinterland zur\u00fcck zum Parkplatz. Kaum sa\u00df ich im Auto, wurde der Regen so stark, dass das Bl\u00e4tterdach der B\u00e4ume nicht mehr dichthielt. Ein Wasserschwall ergoss sich vom Himmel, binnen k\u00fcrzester Zeit stand die Stra\u00dfe unter Wasser und die Scheibenwischer kamen selbst auf schnellster Stufe kaum gegen die Wassermassen an. An die R\u00fccklichter des Vordermanns geheftet, fuhr ich in Schrittgeschwindigkeit die Wasserstra\u00dfe durch den Wald. Als ich den Waldrand erreicht hatte, lie\u00df der Regen nach. Im S\u00fcden war am Horizont ein vielversprechend heller Streifen zu erkennen. Ich hatte keine Lust mehr auf Regen, verlie\u00df M\u00f8n und machte mich auf den Weg zum s\u00fcdlichsten Punkt D\u00e4nemarks auf Falster. <br>Dort schien die Sonne und auch der \u00dcbernachtungsplatz s\u00fcdlich von Gedser \u00fcberzeugte mit seinem Meerblick. Die Windparks vor der K\u00fcste sorgten aber f\u00fcr einige Punkte Abzug. <br>Am n\u00e4chsten Tag ging es weiter nach Lolland, wo ich zu einem Leuchtturm auf der S\u00fcdostspitze wanderte. Lolland fiel durch seine flache Landschaft auf. W\u00e4hrend die anderen Inseln eher h\u00fcgelig waren, erinnerte diese Insel eher an die deutsche Nordseek\u00fcste, an der man bereits morgens sieht, wer nachmittags zum Kaffee kommt. <br>Der Leuchtturm lag auf einer schmalen Landzunge, die die Ostsee von einem gro\u00dfen Bodden trennte. Der Strandhafer wiegte sich sanft im Wind und in der gesch\u00fctzten Bucht trieben unz\u00e4hlige Schw\u00e4ne. <br>Der Nakskov-Fjord im S\u00fcdwesten der Insel sah mir nach einem vielversprechenden Paddelrevier aus und ich hatte Lust auf eine kleine Kajaktour. Im Internet suchte ich nach Paddelkarten f\u00fcr diese Region und fand einen Flyer mit hervorragender Karte, der sich aber leider nicht herunterladen lie\u00df und als Screenshot nicht zu gebrauchen war. <br>Die Touristeninformation in Nakskov hatte schon geschlossen und in der Buschhandlung gab es keine Karten der Umgebung. Also musste das irgendwie ohne Karte gehen. Die Region war zum Gl\u00fcck recht \u00fcbersichtlich und alles in Sichtwiete. <br>Ich schlenderte durch die schmalen Gassen von Nakskov mit seinen kleinen, bunten H\u00e4uschen und individuellen Gesch\u00e4ften und checkte schlie\u00dflich an einem Campingplatz etwas au\u00dferhalb von Nakskov direkt am Wasser ein. F\u00fcr den n\u00e4chsten Tag war strahlender Sonnenschein \u2013 perfektes Paddelwetter angesagt. Umso frustrierter war ich, als ich am Morgen von Donner und prasselndem Regen geweckt wurde. Bei Regen w\u00e4re ich ja noch paddeln gegangen aber das Gewitter hielt mich an Land. Am sp\u00e4ten Vormittag verzog sich die Gewitterfront nach Norden und gab die Sicht auf blauen Himmel und Sonne frei. Ich holte mein Kajak vom Bus und packte meine Sachen, als ein Auto mit zwei Kajaks auf dem Dach auf den Parkplatz fuhr. Suchend kurvte es herum und hielt schlie\u00dflich neben mir. Zwei Leute stiegen aus, gr\u00fc\u00dften und machten sich am Auto zu schaffen. Schlie\u00dflich kamen sie auf mich zu, in der Hand den Flyer, den ich am Vortag gesucht hatte, und eine Visitenkarte. \u201eHier, f\u00fcr Dich!\u201c sagten sie. \u201eEs ist wasserfestes Papier. Du kannst hier sch\u00f6n paddeln und wenn Du dort \u00fcbernachten willst, zeigst du unsere Karte und sagst, dass Du uns getroffen hast. Dann musst Du nichts bezahlen.\u201c\u00a0 Ich bedankte mich und erz\u00e4hlte von meiner Suche am Vortag. Sie zeigten mir noch, wo ich am besten an- und ablegen konnte, dann stiegen sie wieder in ihr Auto und fuhren davon als w\u00e4ren sie nur gekommen, um mir die Karte zu bringen. <br>Das Wasser war spiegelglatt. Kein L\u00fcftchen regte sich und das Kajak glitt durch das Wasser. Nur das Eintauchen meines Paddels und ein paar V\u00f6gel waren zu h\u00f6ren. Ein Fischer kontrollierte den Fang seiner Reusen. <br>Nach 1,5 Std. erreichte ich Albuen (Ellenbogen), eine bumerangf\u00f6rmige, schmale Halbinsel, die den Fjord vom gro\u00dfen Belt trennte. Hier ging ich an Land und genoss mein Mittag unter dem Leuchtturm. <br>Wieder beim Auto angekommen, machte ich mich auf den Weg nach Langeland. Um der Maskenpflicht in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln zu entgehen, g\u00f6nnte ich mir auf der F\u00e4hre, eine Portion Pommes, die ich w\u00e4hrend der \u00dcberfahrt langsam genoss nebenbei frei atmen konnte. Da ich meist abseits gro\u00dfer Menschenmassen unterwegs war und in D\u00e4nemark nur in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht galt, hatte ich nur meine dicke Notfallmaske dabei, unter der ich nur schlecht Luft bekam. <br>Wenn ich einen Preis f\u00fcr die sch\u00f6nste Insel D\u00e4nemarks vergeben m\u00fcsste, w\u00fcrde der an Langeland gehen. Die langgezogene Insel zwischen Fyn und Lolland erinnerte mich an die Illustrationen eines Bilderbuchs aus meiner Kindheit. Kleine H\u00e4uschen standen in einer sanften H\u00fcgellandschaft aus Feldern und kleinen W\u00e4ldern. Wenn das d\u00e4nische Wort und Lebensmotto \u201ehygge\u201c (gem\u00fctliche, herzliche Atmosph\u00e4re) irgendwo seinen Ursprung hat, dann hier. Es gab kleine, uralte Fachwerkh\u00e4usche mit schiefen W\u00e4nden und Reetd\u00e4chern, aber auch neuere, bunte Stein- oder Holzh\u00e4user. Zu fast jedem Haus geh\u00f6rte ein wundersch\u00f6ner Garten. Ich vermute, die D\u00e4nen sind die eigentlichen Erfinder des gerade so angesagten Tiny-House. Die T\u00fcr war mittig im Haus, links und rechts jeweils ein Fenster, dann kam schon die Hausecke. Das Dach begann gleich \u00fcber dem Erdgeschoss und unter dem steilen Giebel lie\u00df sich nur noch ein gem\u00fctliches kleines Schlafzimmer vermuten. Auf den kleinen H\u00fcgeln grasten etwas zu gro\u00df geratene K\u00fche. Ich fand wieder einen sch\u00f6nen \u00dcbernachtungsplatz direkt am Meer und konnte am n\u00e4chsten Morgen die Sonne als glutroten Ball aus dem Meer steigen sehen. <br>Nun war ich wieder in der D\u00e4nischen S\u00fcdsee, in der ich eigentlich eine mehrt\u00e4gige Paddeltour machen wollte, angelangt. Leider war die Wetterlage immer noch sehr instabil und f\u00fcr eine mehrt\u00e4gige Paddeltour zwischen den Inseln nicht wirklich brauchbar, weshalb ich den gro\u00dfen Kreis, den ich eigentlich paddeln wollte, etwas verkleinerte und schlie\u00dflich im Westen von T\u00e5singe Richtung Hjort\u00f8. Auf Drej\u00f8 machte ich an einem s\u00fc\u00dfen, kleinen Hafen Mittagspause und wartete den einzigen Regenschauer des Tages ab, bevor ich Richtung Avernak\u00f8 aufbrach. Den Zeltplatz erreichte ich am fr\u00fchen Nachmittag. Nach einem ausgiebigen Bad in Wasser und Sonne machte ich am Abend noch eine kleine Wanderung \u00fcber die Insel. Auch hier standen kleine H\u00e4uschen in sch\u00f6nen G\u00e4rten. Ein Feldhase hoppelte \u00fcber den Weg und ein paar Galloways starrten mich mit ihrem verschlafenen Blick durch ihre lange M\u00e4hne an. Auf einer verwilderten Streuobstwiese hatte ich die Auswahl zwischen mehreren Apfelsorten, Birnen, gelben und blauen Pflaumen und nahm mir ein paar gelbe Pflaumen, die ich am n\u00e4chsten Morgen beim Sonnenaufgang im Fr\u00fchst\u00fccksm\u00fcsli genoss. Ich verlie\u00df Avernak\u00f8 Richtig Norden und steuerte auf Fyn zu. Der Wind hatte etwas aufgefrischt und die kleinen Wellen sorgten f\u00fcr sch\u00f6nen Paddelspa\u00df. Nach drei Stunden hatte ich den Svendborgsund erreicht. Eigentlich wollte ich T\u00e5singe umrunden, was eine Passage durch den Svendborgsund voraussetzte. Als ich an der M\u00fcndung um die Ecke kam schlug mir der kr\u00e4ftige Nordostwind entgegen, der sich in der engen Schneise zwischen Fyn und T\u00e5singe noch zu verst\u00e4rken schien. Ich k\u00e4mpfte mich gegen Wind und Wellen Meter f\u00fcr Meter nach vorne. Das Boot stampfte in den hohen Wellen und die Gischt spritze mir ins Gesicht. Das Paddeln machte richtig Spa\u00df aber die Br\u00fccke, auf die ich seit einiger Zeit zusteuerte, schien nicht wirklich n\u00e4her zu kommen, was die Paddelei zum Kraftsport werden lie\u00df. Angesichts der bevorstehenden 7 Km gegen Wind und Wellen und der 10 Km bis zum Bus, beschloss ich nach der Mittagspause, den Svendborgsund wieder zu verlassen und den k\u00fcrzeren Weg zum Auto zu paddeln. Ich steuerte auf eine Insel zu und querte das Fahrwasser an der schmalsten Stelle. W\u00e4hrend ich auf die Insel zupaddelte, zog sie an mir vorbei, so stark war die Str\u00f6mung. Als ich schlie\u00dflich auf H\u00f6he der Insel war, konnte ich dem Sandstrand nur noch zu winken, weil mich Str\u00f6mung und Wind inzwischen an der Insel vorbei Richtung Meer getrieben hatten. Mit kr\u00e4ftigem R\u00fcckenwind surfte ich auf den Wellen aus dem Svendborgsund hinaus, bog nach S\u00fcden um die Ecke und paddelte im Windschatten von T\u00e5singe zum Bus zur\u00fcck. <br>Den letzten Abend verbrachte ich wieder an einem traumhaft sch\u00f6nen Stellplatz direkt am Wasser mit Aussicht auf den Sonnenuntergang, bevor ich am n\u00e4chsten Morgen wieder nach Deutschland aufbrach. <br>Das d\u00e4nische Inselmeer ist f\u00fcr einen Roadtrip auf jeden Fall zu empfehlen. Unber\u00fchrte Natur gibt es hier zwar nur in den W\u00e4ldern, da D\u00e4nemark ein Agrarstaat ist. Die h\u00fcgelige Landschaft, die kleinen D\u00f6rfer und die traumhaften Stellpl\u00e4tze sind aber auf jeden Fall eine Reise wert.<br><br>Fotos von der Reise gibt es <a href=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/?page_id=24&amp;gallery=daenisches-inselmeer\">hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Corona-Zeiten ist das Reisen ja nicht so einfach. 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