{"id":209,"date":"2017-09-15T19:47:13","date_gmt":"2017-09-15T19:47:13","guid":{"rendered":"http:\/\/nordlichtblog.de\/?p=209"},"modified":"2020-03-25T22:48:48","modified_gmt":"2020-03-25T21:48:48","slug":"auf-der-nordseestrasse-durch-suednorwegen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nordlichtblog.de\/?p=209","title":{"rendered":"Auf der Nordseestra\u00dfe durch S\u00fcdnorwegen"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"color:#000000\" class=\"has-text-color\">Nachdem ich den Sommer wegen jobwechselbedingter Urlaubssperre  zuhause verbrachte, packte mich im September wieder das Reisefieber.  Aber wohin sollte ich fahren? Sch\u00f6ne, einsame Landschaft sollte es auf  jeden Fall sein. Nicht so weit weg w\u00e4re auch sch\u00f6n und gutes Wetter  h\u00e4tte eigentlich auch was. F\u00fcr die ersten beiden Kriterien kam Norwegen  gut in Frage. Beim guten Wetter stritten sich die Reisef\u00fchrer  (September=beste Reisezeit) mit den Niederschlagsdiagrammen  (September=regenreichster Monat des Jahres). Ich las mich noch durch  diverse Internetforen und Reiseberichte, die alle den September als gute  Reisezeit empfahlen und machte mich auf gen Norden.<br>Nach 5 Stunden D\u00e4nemarkdurchquerung und 3 Stunden F\u00e4hr\u00fcberfahrt, kam  ich kurz nach Mitternacht in Kristiansand an. \u00dcber enge Stra\u00dfen kurvte  ich einige Kilometer durch die Nacht zu einem Parkplatz direkt am Meer,  den ich mir zuhause bereits \u00fcber Google Earth ausgesucht hatte.<br>Als ich am n\u00e4chsten Morgen aufwachte, hatte ich direkt unter einem  \u201eCamping Verboten\u201c-Schild geparkt. Aber mich hatte zum Gl\u00fcck niemand  bemerkt und mein Bus, der genaugenommen ein Transporter ist und keine  Seitenfenster hat, sieht auch auf den ersten Blick nicht nach Wohnmobil  aus.<br>Die Landschaft war bereits sehr beeindruckend. Die K\u00fcste war sehr  felsig und das Wasser war trotz des grauen Himmels t\u00fcrkies-gr\u00fcn. Bei  Sonnenschein musste hier Karibikstimmung aufkommen. Allerdings luden die  Scharen von Feuerquallen nicht unbedingt zum Baden ein.<br>In Lindesnes, Norwegens S\u00fcdkap fing es an zu nieseln. Trotzdem machte  ich eine Wanderung \u00fcber die karge Felsk\u00fcste und genoss den Ausblick  \u00fcber das Felsmeer auf der einen und die Nordsee auf der anderen Seite.  Der Weg f\u00fchrte zum Teil direkt am Wasser entlang wo die Wellen vom  S\u00fcdost-Wind getrieben weit unter mir gegen die Felsen donnerten.<br>Bereits hier fielen Reste von Schie\u00dfanlagen und zahlreiche kleinen  Bunker auf, die unterhalb des Leuchtturms in den Fels gesprengt waren.  Heute waren sie teilweise zu kleinen Ausstellungsorten f\u00fcr Kunst  umgebaut oder dunkle, verm\u00fcllte L\u00f6cher.<br>Im str\u00f6menden Regen fuhr ich weiter nach Westen zu Lista Fyr, wo ich  am n\u00e4chsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein aufwachte. Zun\u00e4chst  wollte ich zwei H\u00fcgelgr\u00e4ber besichtigen. Auf dem Weg dorthin sah ich  zwei Milit\u00e4rschiffe aus der angrenzenden Bucht fahren, die die sonnige  Stimmung etwas tr\u00fcbten. Als ich dann noch zwei J\u00e4gern begegnete, die  mich mit Gewehren auf dem R\u00fccken und in der Hand skeptisch ansahen,  beschloss ich, die H\u00fcgelgr\u00e4ber sp\u00e4ter zu besichtigen.<br>Durch einen dichten Nadelwald wanderte ich \u00fcber ungew\u00f6hnlich  plattestes Land zum Leuchtturm Lista Fyr. Vom Leuchtturm aus hatte man  einen sch\u00f6nen Blick \u00fcber die Landschaft. Im Hintergrund t\u00fcrmten sich die  Berge, die sich als Felsenband an der K\u00fcste entlang zogen. Im  Vordergrund grasten Schafe auf den flachen Weiden, die mit tausenden  runden Steinen \u00fcbers\u00e4t waren. Die Weiden grenzten direkt an den  steinigen Strand. Ich war etwas verwundert, dass sie nicht durch einen  Deich oder eine sonstige K\u00fcstenschutzanlage vom Meer getrennt waren.  Schlie\u00dflich Lagen die Wiesen direkt an der Nordsee, wo bei  entsprechender Windrichtung die Wellen mit mehreren hundert oder gar  tausend Kilometern Anlauf aufs Land donnern konnten.<br>F\u00fcr den n\u00e4chsten Tag war Regen angesagt. Die Brufjellh\u00f6hlen, meine  n\u00e4chste Station, sollten laut der Wanderf\u00fchrer allerdings nur bei  trockenem Wetter besucht werden, da der Abstieg zu den Gletscherh\u00f6hlen  trockenen Fels erforderte. So besichtigte ich bei bew\u00f6lktem Himmel  Flekkefjord. Die Altstadt entstand w\u00e4hrend des bl\u00fchenden Holzhandels  Mitte des 17. Jahrhunderts und wurde einst von Holl\u00e4ndern gebaut. Daher  ist die im Schachbrettstil angelegte Altstadt auch als Holl\u00e4nderstadt  bekannt. Die schmalen G\u00e4sschen sind von wei\u00dfen Holzh\u00e4usern ges\u00e4umt. In  der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone schm\u00fcckten Wimpelketten die Stra\u00dfen und in den  Nebenstra\u00dfen sorgten bunt bepflanzte Blumenk\u00e4sten f\u00fcr farbliche  Abwechslung zwischen den wei\u00dfen H\u00e4usern vor dem novembergrauen Himmel.<br> In der N\u00e4he der Brufjellh\u00f6hlen fand ich am Ende eines Tals einen  sch\u00f6nen Stellplatz direkt an einem Stausee. Abends beobachtete ich noch  einen Sch\u00fctzen, der unweit von meinem Bus auf dem Stausee auf Tontauben  schoss. Die Sch\u00fcsse hallten laut zwischen den engen Felsw\u00e4nden und ich  war froh, als der Sch\u00fctze nach erfolgreicher Jagd wieder abfuhr und ich  nur noch den Regen h\u00f6rte, der inzwischen unerm\u00fcdlich auf das Busdach  niederprasselte. <br>Am n\u00e4chsten Morgen wurde ich vom Regen aufgeweckt. Kein Wetter f\u00fcr die Brufjellh\u00f6hlen. <br> Der Regen wollte auch nicht aufh\u00f6ren und prasselte den ganzen Tag  nahezu ununterbrochen auf meinen Bus ein. Die grauen Wolken hingen tief  zwischen den hohen Felsw\u00e4nden \u2013 von Sonne keine Spur. Ich verbrachte den  Tag im Bus und hoffte, dass meine Wetter-App rechtbehalten sollte und  am n\u00e4chsten Tag die Sonne schien. Als ich am n\u00e4chsten Morgen aufwachte,  war es still. Ein gutes Zeichen, dachte ich, aber der Himmel war grau.  Beim Fr\u00fchst\u00fcck fing es wieder an zu regnen, aber gleichzeitig wurde es  heller und die Sonne kam heraus und malte einen Regenbogen \u00fcber das Tal.  Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck regnete es immer noch, aber der helle Himmel am Ende  des Tals deutete auf gutes Wetter an der K\u00fcste hin. Ich fuhr die  Schotterstra\u00dfe zur\u00fcck nach \u00c5na Sira und weiter an die K\u00fcste zu den  Brufjellh\u00f6hlen. Auf dem Wanderparkplatz schien die Sonne von einem  wolkenlos blauen Himmel.<br>Der Weg f\u00fchrte durch ein vertr\u00e4umtes, kleines Fischerdorf in einen  lichten Birkenwald. Die Baumgrenze war jedoch schnell erreicht und es  ging auf kargen Felsen weiter. Kurz bot sich ein atemberaubender Blick  \u00fcber die kahlen Berge auf die Nordsee, bevor es wieder ebenso steil zu  einer blauen Lagune mit wei\u00dfem Steinstrand bergab ging. Der Weg war sehr  matschig und ich war froh, meine St\u00f6cke dabei zu haben, mit denen ich  den Boden auf seine Festigkeit erkunden oder mich abst\u00fctzen konnte, um  nicht in ungeahnten Matschl\u00f6chern zu versinken.<br>Der Abstieg zu den Brufjellh\u00f6hlen war laut der Infotafeln nur f\u00fcr  erfahrene, schwindelfreie und trittsichere Bergsteiger empfohlen.  Au\u00dferdem sollte der Abstieg nur bei trockenem Fels gewagt werden und es  warteten wohl einige Kletterstrecken auf die Wanderer. <br>Die  Infotafeln sollten nicht l\u00fcgen. Die zweite H\u00e4lfte des Abstiegs ging  durch ein Bachbett nach unten. Zun\u00e4chst mussten nur kleinere und gr\u00f6\u00dfere  Felsbl\u00f6cke \u00fcberwunden werden. Dann wurde es sportlich: \u00fcber zwei  jeweils 5m lange Etappen ging es nur \u00fcber in den Fels gehauene  Metalltritte bergab. Der Rat, den Abstieg nur bei trockenem Fels zu  wagen, entpuppte sich angesichts des Bachbetts in dem der Weg nach unten  ging, als pure Ironie, da das Wasser unerm\u00fcdlich von den Felsen tropfte  und die Felsen gut feucht hielt. <br>Die Metalltritte waren jedoch mit einiger \u00dcberwindung gut begehbar.<br>Die Brufjellh\u00f6hlen lagen ca. 15m \u00fcber dem Meer: runde gr\u00f6\u00dfere und  kleinere L\u00f6cher, die der Gletscher w\u00e4hrend der Eiszeit in den Stein  geschliffen hatte. Ich genoss die warmen Sonnenstrahlen und den Blick  aufs Meer, bevor ich mich wieder auf den R\u00fcckweg machte.<br>Auf der Nordseestra\u00dfe fuhr ich weiter nach Westen. In engen  Serpentinen ging es die nackten Felsberge hinauf, entlang an einsamen  Seen und verkr\u00fcppelten B\u00e4umen hinab nach J\u00f6ssingfjord und Helleren. Die  \u00fcber 200 Jahre alten roten und hellblauen Holzh\u00e4uschen standen geduckt  unter einem \u00fcberh\u00e4ngenden Felsen, der den dort lebenden Menschen so viel  Schutz vor Wind und Wetter bot, dass die H\u00fctten kein richtiges Dach  ben\u00f6tigten. Obwohl die \u00fcberh\u00e4ngende Felswand gut 150 m hoch war, wirkte  sie nicht bedrohlich auf die H\u00fctten. Die Einrichtung der H\u00fctten war  spartanisch: ein Tisch mit St\u00fchlen und ein Eckschrank, in dem noch  uralte Schuhe lagen. Ob die wohl original waren?<br>Weiter ging es auf der Nordseestra\u00dfe \u00fcber die Berge zum n\u00e4chsten  Leuchtturm: Eiger\u00f8y Fyr. Ich fand einen sch\u00f6nen Stellplatz in einer  h\u00fcgeligen Weidelandschaft, die mit tausenden kleinen Steinen und  gr\u00f6\u00dferen Felsen \u00fcbers\u00e4t war. In der Abendsonne wanderte ich querfeldein  \u00fcber die gr\u00fcnen Wiesen und genoss den Ausblick auf die ruhige, tiefblaue  Nordsee. In einer stillen Bucht genoss eine Robbe auf einem Felsen den  Abend und sah mich immer wieder skeptisch an. <br>Die Landschaft wirkte  sehr bizarr und nahezu unber\u00fchrt, w\u00fcrden nicht die Unmengen an M\u00fcll an  Menschen erinnern. In jeder Felsspalte versteckten sich Plastikflaschen,  B\u00e4lle, Autoreifen, Tonnen, Kanister, Seile, Kisten, Dosen, Handschuhe,  und zahlreiche Bretter, ausgespuckt vom sturmgepeitschten Meer, als  Warnzeichen, bewusster mit unserem M\u00fcll umzugehen.<br>Eiger\u00f8y Fyr thronte auf gro\u00dfen, rundgeschliffenen Felsen \u00fcber der  Nordsee. Immer wieder zogen \u00fcber die Nordsee herein. Zwischendurch kam  die Sonne heraus und malte bunte Regenbogen an die grauen Wolken.<br>Hinter Eiger\u00f8y Fyr wurde die Landschaft flacher. Die kargen Berge  r\u00fcckten in den Hintergrund und gaben Raum f\u00fcr fruchtbares Weide- und  Ackerland. \u00dcberall weideten K\u00fche oder Schafe und es wurde viel Gem\u00fcse  und Obst angebaut. Die Stra\u00dfe schl\u00e4ngelte sich durch zahlreiche kleine  D\u00f6rfer und an weiten, unber\u00fchrten Str\u00e4nden vorbei. Da in den Bergen  Dauerregen vorhergesagt war und ich auch sah, wie die dicken Wolken in  den Bergen festhingen, beschloss ich meine Route zu \u00e4ndern und an der  K\u00fcste zu bleiben, wo es immerhin nur kr\u00e4ftige, kurze Schauer gab.<br>Die Landschaft war ganz anders, als das, was ich sonst von Norwegen  kannte. Ich wanderte \u00fcber saftige gr\u00fcne Wiesen, die teilweise von  tausenden Steinen \u00fcbers\u00e4t waren und bis ans Wasser reichten. Auch hier  gab es keinen k\u00fcnstlichen K\u00fcstenschutz. Das Hinterland war nur an  manchen Stellen durch Steilk\u00fcsten gesch\u00fctzt. An anderen Stellen liefen  die Wiesen sanft ins Meer. Hin und wieder kam ich an kleinen  Fischerh\u00e4fen vorbei, die mich mit ihren alten Holzh\u00e4uschen an Gamla Hamn  von Gotland erinnerten. <br>Den n\u00e4chsten Tag verbrachte ich an  unterschiedlichen Str\u00e4nden. Die Sonne hatte ausnahmsweise gegen den  Regen gewonnen, daf\u00fcr war es sehr st\u00fcrmisch. Schon beim Fr\u00fchst\u00fcck  beobachtete ich ein Frachtschiff, dessen Bug wechselweise auf dem  Horizont tanzte oder dahinter verschwand. Auch die Wellen am Strand  hatten mit 1,5 &#8211; 2 m eine beachtliche Gr\u00f6\u00dfe. Eine Freude f\u00fcr die  zahlreichen Surfer. F\u00fcr mich zum Schwimmen eher ungewohnt, aber die  Nordsee lud mit ihren gesch\u00e4tzten 15\u00b0C sowieso nicht zum ausgiebigen  Baden ein. Daf\u00fcr waren die weiten Str\u00e4nde umso sch\u00f6ner zum Spazieren  gehen. Oft war ich die einzige am Strand. Nur an den Surferhotspots  tummelten sich die Massen. Ansonsten hatte ich die einsamsten  Traumstr\u00e4nde ganz f\u00fcr mich alleine.<br>Abends prasselte wieder der Regen auf meinen Bus und auch am n\u00e4chsten  Morgen wurde ich davon geweckt. Langsam konnte ich das Ger\u00e4usch von  Regen auf dem Busdach nicht mehr h\u00f6ren. Trotz des schlechten Wetters  beschloss ich auf den Synesvarden zu gehen. Die Wege waren nur schwer  begehbar: gro\u00dfe Teile waren \u00fcberschwemmt und kleine Rinnsale, waren zu  beachtlichen B\u00e4chen angeschwollen und konnten teilweise nur barfu\u00df  durchquert werden. Nur feucht aber fest erscheinende Stellen waren so  aufgeweicht, dass mein Wanderstock ca. 30 cm darin versank und ich war  mal wieder froh um meine St\u00f6cke, mit denen ich vortasten konnte und die  mich davor bewahrten, bis \u00fcbers Knie im Schlamm zu versinken. Daf\u00fcr war  die Landschaft umso beeindruckender. Die Wolken rissen auf und gaben den  Blick auf weite grasbewachsene H\u00fcgel frei. \u00dcberall grasten Schafe und  Hochlandrinder auf den von Natursteinmauern begrenzten, saftigen Weiden.  Regen und Sonne wechselten sich ab, auf der einen Seite schimmerte die  Nordsee silbern am Horizont, auf der anderen Seite spannten sich bunte  Regenbogen \u00fcber die saftigen r\u00f6tlich-gr\u00fcnen Grash\u00fcgel.<br>Mitten in  dieser idyllischen Graslandschaft stand die Steinskulptur \u201eMor Norge\u201c  (Mutter Norwegen), die in der weiten, ausnahmsweise steinlosen  Landschaft sehr deplatziert wirkte. Tats\u00e4chlich sollte sie auch in einer  Schule in Stavanger stehen, doch die Pl\u00e4ne platzen und so kauften  Fischer aus den umliegenden D\u00f6rfern die Steinfrau und transportierten  sie \u00fcber zwei Winter in die Heidelandschaft des Synesvarden.<br>Die Strecke nach Kristiansand fuhr ich mit einem Zwischenstopp in  Lista Fyr ohne gr\u00f6\u00dfere Pausen zur\u00fcck. Das Navi hatte einen angeblich  k\u00fcrzeren Weg abseits der Nordseestra\u00dfe gew\u00e4hlt und jagte mich \u00fcber  schmalste Bergstra\u00dfen, auf denen ich aufgrund der un\u00fcbersichtlichen  engen Kurven nur langsam fuhr. Sehr zum Leidwesen der Norweger, die  mich, sobald die Stra\u00dfe gerade breit genug f\u00fcr zwei Kleinbusse war, auch  an un\u00fcbersichtlichen Stellen mit Gehupe \u00fcberholten. Auch die  Geschwindigkeitsbegrenzungen schienen die Norweger trotz der hohen  Geldstrafen, die bei Verst\u00f6\u00dfen drohten (10 Km\/h &lt; 200\u20ac), nicht zu  interessieren. Da mir die Strafen jedoch zu teuer waren, hielt ich mich  an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und w\u00fcnschte mir manchmal ein Schild  mit der Aufschrift \u201eHetzmich nicht!\u201c am besten auf Englisch, damit auch  die dr\u00e4ngelnden Norweger es verstanden.<br>Lista Fyr war nach der  etwas stressigen Autofahrt ein wahrer Ruhepol. Wie eine Sonne sendete  der Leuchtturm seine Strahlen in alle Richtungen in die sternenklare  Nacht. Auf dem Meer blinkten Lichter von Fahrwassertonnen und Schiffen  und die Wellen rauschten leise an den Strand.<br>Kristiansand war eine Stadt der Kontraste und entgegen der  Behauptungen meines Reisef\u00fchrers alles andere als langweilig. Die  Stra\u00dfen der Altstadt verliefen in dem f\u00fcr s\u00fcdnorwegische St\u00e4dte  typischen Schachbrettmuster und waren von klassischen wei\u00dfen  Holzh\u00e4uschen ges\u00e4umt. Das benachbarte Hafenviertel war von moderner,  zweckm\u00e4\u00dfiger Architektur gepr\u00e4gt. Die Wohnungen schienen hell und hatten  alle einen gro\u00dfz\u00fcgigen Balkon zur Wasserseite hin. In den  Fu\u00dfg\u00e4ngerbereichen vor den H\u00e4usern gab es viele Gr\u00fcnfl\u00e4chen, gem\u00fctliche  Sitzgelegenheiten und sogar einige Hochbeete sowie einen Obstgarten, in  denen die Bewohner Obst und Gem\u00fcse anbauen konnten.<br>Ich \u00fcbernachtete  auf der Halbinsel Odder\u00f8ya. Dort gab es nicht nur sch\u00f6ne Natur sondern  auch viel Geschichte zu bestaunen. Zahlreiche Bunker- und Kanonenanlagen  erinnerten an dunkle Zeiten und verliehen der ansonsten sehr lieblichen  Landschaft einen leicht d\u00fcsteren Eindruck. Besonders beeindruckend war  der \u201eGreen Room\u201c, ein nahezu leerer Raum in einem etwas zugewachsenen  Bunker: Der Boden war mit gr\u00fcnem Kunstrasen bedeckt und in die  Wandnischen waren leere Regale eingepasst. Mitten im Raum hing eine rote  Schaukel mit der Aufschrift \u201eHusker du?\u201c (Erinnerst Du Dich?) und von  oben pl\u00e4rrte ein Radio die aktuellen Hits und Werbung blechern durch die  kalten Mauern.<br>Ich kletterte die Leiter in den oberen Raum. Dort  luden gro\u00dfe Tafeln und Kreide zum Malen ein und die Sonne schien durch  die Schie\u00dfscharten auf die Kritzeleien, die Besucher hinterlassen  hatten. Alles in allem eine Atmosph\u00e4re, die mich sehr nachdenklich  stimmte.<br>Am Nachmittag zogen wieder dunkle Wolken herauf und als ich zum  F\u00e4hrterminal fuhr, begleitete mich wieder das vertraute Ger\u00e4usch von  Regentropfen, die auf den Bus prasselten. Zeit das Land des Regens zu  verlassen und in den sonnigen \u201eS\u00fcden\u201c Nordd\u00e4nemarks aufzubrechen.<br>Sch\u00f6ne Landschaft hatte ich in diesem Urlaub wieder viel gesehen und  so weit weg war es auch nicht. Auf der gesamten Reise bin ich nur 1500  Km gefahren. Nur beim Wetter h\u00e4tte ich mich auf die  Niederschlagsdiagramme und nicht auf die Reisef\u00fchrer verlassen sollen.  Aber dank Campingbus hatte ich immer einen trockenen R\u00fcckzugsraum und  musste kein nasses Zelt einpacken, was die ganze Reise trotz des vielen  Regens sehr ertr\u00e4glich machte.<br>Fotos von der Reise gibt es <a href=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/?page_id=24&amp;gallery=suednorwegen\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich den Sommer wegen jobwechselbedingter Urlaubssperre zuhause verbrachte, packte mich im September wieder das Reisefieber. Aber wohin sollte ich fahren? Sch\u00f6ne, einsame Landschaft sollte es auf jeden Fall sein. Nicht so weit weg w\u00e4re auch sch\u00f6n und gutes Wetter h\u00e4tte eigentlich auch was. F\u00fcr die ersten beiden Kriterien kam Norwegen gut in Frage. 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