{"id":1522,"date":"2021-12-31T16:38:04","date_gmt":"2021-12-31T15:38:04","guid":{"rendered":"http:\/\/nordlichtblog.de\/?p=1522"},"modified":"2022-01-02T19:28:11","modified_gmt":"2022-01-02T18:28:11","slug":"sommerurlaub-in-schweden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nordlichtblog.de\/?p=1522","title":{"rendered":"Sommerurlaub in Schweden"},"content":{"rendered":"\n<p>Ende letzten Jahres hatte ich mir ein neues Tourenboot f\u00fcr l\u00e4ngere Paddeltouren gekauft. Das musste nun eingeweiht werden. Mein Paddelrevier stand schon fest: ein St\u00fcck auf dem Dalslandkanal in Westschweden. Den Weg dorthin nahm ich in mehreren Etappen.<br>Diesmal w\u00e4hlte ich den Weg \u00fcber die D\u00e4nischen Inseln, wo ich die erste Nacht an einem sch\u00f6nen Platz an der Nordspitze Fyns verbrachte. Am n\u00e4chsten Tag ging es \u00fcber die gro\u00dfe Beltbr\u00fccke nach Seeland und von dort mit der F\u00e4hre weiter nach Helsingborg in Schweden. \u00a0Mein erstes Etappenziel war die Halbinsel Kullaberg etwas n\u00f6rdlich von Helsingborg an der schwedischen Westk\u00fcste. Ich parkte meinen Bus auf einem Wanderparkplatz und wollte an der Nordk\u00fcste entlang bis zu einem Leuchtturm an der Spitze der Insel wandern. Der Weg f\u00fchrte durch einen verwunschenen Wald \u00fcber Berg und Tal der h\u00fcgeligen Landzunge. Die Anstiege waren kurz aber steil. Schon nach wenigen Kilometern bemerkte ich bei jedem Schritt ein Knacken in der H\u00fcfte und konnte bei jedem Schritt sp\u00fcren, wie irgendwas \u00fcber den H\u00fcftknochen sprang. Es tat nicht weh, war aber sehr unangenehm und machte jeden Schritt zur Qual. An eine lange Wanderung war nicht zu denken.<br>Ich machte also erstmal nur einen Abstecher nach Ladonien, einer Mikronation, die der schwedische K\u00fcnstler Lars Vilks 1996 ins Leben gerufen hatte. Hauptattraktion des Mini-Landes sind riesige, aus Treibholz zusammengezimmerte Holzt\u00fcrme (Nimis), die \u00fcber Br\u00fccken miteinander verbunden sind. Auf den T\u00fcrmen und Br\u00fccken kann man herumklettern und sie bilden einen riesigen Spielplatz und ein Kletterparadies f\u00fcr Gro\u00df und Klein. In Deutschland w\u00fcrde das Besteigen einer solchen Skulptur kein T\u00dcV genehmigen, in dem T\u00dcV-freien Mikroland aber kein Problem. Es machte Spa\u00df, in dem Holzgebilde herumzuklettern und sich durch die Holztunnel zu quetschen.<br>Unten am Strand thronte die Festung Arx, eine aus Steinen und Sand erbaute Burg direkt am Meer.<br>Wieder beim Auto angekommen, machte ich noch einen Abstecher zum Leuchtturm Kullens Fyr, bevor ich mich auf die Suche nach einem \u00dcbernachtungsplatz begab. Das war im dicht besiedelten S\u00fcdschweden gar nicht so einfach. Das Jedermannsrecht gilt nicht f\u00fcr Wohnmobilisten und an fast jedem gr\u00f6\u00dferen Parkplatz wiesen Schilder auf ein Campingverbot hin. Zun\u00e4chst versuchte ich ohne die Hilfs-App Park4Night auszukommen, doch nachdem ich nur Parkpl\u00e4tze mit Verbotsschildern fand, beschloss ich, das Schwarmwissen der App in Anspruch zu nehmen und fand schlie\u00dflich einen Parkplatz direkt am Meer, auf dem es einige Wohnmobilstellpl\u00e4tze gab, wo ich eine Nacht bleiben konnte. Am n\u00e4chsten Morgen regnete es. Ich beschloss den Tag im Auto zu verbringen und fuhr weiter Richtung Norden. Am Nachmittag kam ich an der Badestelle Kr\u00e5kviken im Dalsland an. Die Wolken hingen tief \u00fcber den Waldh\u00fcgeln und es regnete. Ich konnte der WetterApp, die f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen sonniges Wetter vorhersagte, kaum glauben. Nur die angek\u00fcndigten 5-6 Windst\u00e4rken machten mir etwas Sorgen. Aber die Richtung war aus West angesagt. Aus dieser Richtung hatte der Wind auf dem gut 40 km langen, nords\u00fcdlich verlaufenden See kaum Anlauf, denn in ostwestlich verlaufender Richtung war der Lel\u00e5ng nur 2-3 km breit.<br>Am n\u00e4chsten Tag schien tats\u00e4chlich die Sonne und ein kr\u00e4ftiger Wind riss an den B\u00e4umen. Aber die Wellen waren nur knapp 40 cm hoch und somit gut paddelbar. Ich belud mein Kajak und stach Richtung Norden in See. Das Boot lag stabil auf dem Wasser und ich paddelte an malerischen Felsufern auf denen knorrige Kiefern wuchsen, vorbei.<br>Nach wenigen Kilometern bog ich in einen Seitenarm ab. Hinter der ersten Kurve flaute der Wind schlagartig ab und ich konnte die W\u00e4rme der Sonne auf der Haut sp\u00fcren.<br>In Gustavsfors musste ich warten. Die Schleuse, \u00fcber die man den H\u00f6henunterschied in den n\u00e4chsten See \u00fcberwinden konnte, schleuste gerade Boote in die Gegenrichtung.<br>Endlich \u00f6ffnete sich das Tor und nachdem alle Schiffe die Schleusenkammer verlassen hatten, durften wir, ein Motorboot und einige andere Paddler, einfahren. Der Schleusenw\u00e4rter warf uns Seile zu, an denen wir uns festhalten konnten, dann wurde die T\u00fcr hinter uns geschlossen und die Kammer mit Wasser gef\u00fcllt. Langsam stieg der Pegel und brachte uns auf das Niveau des h\u00f6hergelegenen Kanals. Nach 2 Kilometern m\u00fcndete der Kanal in eine Bucht des V\u00e4stra Silen. Auf mehreren Inseln waren Lagerpl\u00e4tze mit Schutzh\u00fctte, Feuerstelle und Toilette eingezeichnet. Ich musste mir nur einen aussuchen. Es war noch fr\u00fch am Tag, die Mittagspausenzeit war gerade vorbei, aber angesichts des beliebten Paddelreviers beschloss ich, lieber jetzt auf Lagerplatzsuche zu gehen und die Wahlfreiheit zu haben, als mich am Ende mit unbeliebten Restpl\u00e4tzen zufrieden geben zu m\u00fcssen. Ich fand einen sch\u00f6nen Platz im Windschatten einer Insel mit Feuer- und Badestelle und lie\u00df den Tag mit baden, lesen, leckerem Essen und abendlichem Lagerfeuer ausklingen. Den Platz hatte ich f\u00fcr mich alleine. Nur am anderen Ende der Insel hatte sich eine Gruppe niedergelassen, die die Insel mit lauter Musik aus der Bluetoothbox beschallte. Warum man sich nicht mit der Musik der V\u00f6gel zufriedengeben konnte, blieb mir ein R\u00e4tsel.<br>Am n\u00e4chsten Morgen wurde ich vom Ruf der Kraniche geweckt, der von der benachbarten Vogelschutzinsel zu mir her\u00fcber schallte. Die Sonne strahlte vom wolkenlos blauen Himmel, ich belud mein Boot und startete Richtung S\u00fcden mit Kurs auf eine Kirche am Horizont. Hinter der Kirche schien der See zu Ende. Als ich die Kirche endlich erreicht hatte, stellte ich fest, dass sich der See dahinter noch viel weiter erstreckte. Ich passierte ein paar Inseln, die mit abgestorbenen B\u00e4umen bewachsen waren. Kr\u00e4hen hatten sich hier eingenistet und verliehen den Inseln eine etwas gruselige Stimmung. Hinter den Inseln umfuhr ich eine Lachsfarm und konnte schlie\u00dflich am Horizont das Ende des Sees ausmachen. Hier hie\u00df es umtragen in den 13 km langen aber meist nur wenige 100m breiten Sv\u00e4rdl\u00e5ng. Der See lag tiefschwarz zwischen steilen Felsw\u00e4nden und bewaldeten Ufern und unber\u00fchrt wirkender Natur. Die Fahrt endete an einem Kraftwerk bei Sk\u00e5pafors und ich musste mein Boot wieder umtragen. Ich war froh, die Rundtour im Uhrzeigersinn zu fahren, denn so rollte mein schweres Boot die ca. 30 H\u00f6henmeter zum Laxsj\u00f6n fast von alleine bergab.<br>An meinen H\u00e4nden zeigten sich die ersten Blasen und ich suchte nach 30 Paddelkilometern nach einem Lagerplatz Ausschau. Ich fand einen sch\u00f6nen Shelterplatz in einer windgesch\u00fctzten Bucht.<br>Am n\u00e4chsten Tag ging es durch zahlreiche Schleusen nach Bengtsfors zur\u00fcck in den Lel\u00e5ng. Meine Blasen an den H\u00e4nden machten sich gut bemerkbar und die letzten Kilometer zum Bus zogen sich in schmerzhafte L\u00e4nge. Als ich das Ziel erreicht hatte, war ich einerseits froh, nicht mehr paddeln zu m\u00fcssen, denn zwei meiner 5 Blasen an der rechten Hand waren kurz vor dem Aufplatzen, aber ich war auch traurig, dass die Tour schon zu Ende war. Die Fahrt durch die einsame, unber\u00fchrte Natur hatte mir Ruhe gegeben. Mit dem Boot kommt man an unber\u00fchrte Ecken fernab der Zivilisation und ist der Natur viel n\u00e4her. Das ist mit dem Camper nicht zu schaffen, selbst wenn man, wie ich, meist autark in der Wildnis steht. Aber \u00fcberall dort, wo man mit dem Auto hinkommt, kommen auch andere Menschen hin und die Natur ist eben doch nicht so unber\u00fchrt wie an Stellen, die man nur zu Fu\u00df oder mit dem Kajak erreicht.<br>Meine WetterApp k\u00fcndigte f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage eine Hitzewelle an: jeden Tag 30\u00b0C, nachts um die 20\u00b0C. Dabei fand ich die 24\u00b0C eigentlich gerade ganz angenehm. Hei\u00dfer musste ich es nicht haben. Aber das konnte ich ja nicht beeinflussen. Ich studierte die Wetterkarte. In Norwegen wurde es erst ab Mittelnorwegen k\u00fchler, aber so weit wollte ich nicht fahren. Au\u00dferdem hatte ich wenig Lust auf die Corona-Einreiseformalit\u00e4ten beim Grenz\u00fcbertritt. Auch in Schweden schien keine k\u00fchlere Ecke in der N\u00e4he zu sein. So beschloss ich in Wassern\u00e4he zu bleiben, sodass ich wenigstens baden gehen konnte.<br>Ich machte mich auf den Weg nach H\u00e5verud. Dort gab es ein Aqu\u00e4dukt zu bestaunen.<br>Die Stra\u00dfe dorthin war ein Abenteuer und ich bekam eine Ahnung, weshalb so mancher die schwedische Stra\u00dfenqualit\u00e4t als schlecht bewertete. Ich war schon oft auf schwedischen Stra\u00dfen unterwegs und hatte die Fahrbahn nie bem\u00e4ngelt. Aber bereits auf der Autobahn fielen mir heftige Bodenwellen, bei denen die angegebene Geschwindigkeitsbegrenzung durchaus ernstgenommen werden sollte, auf. Diese schmale Landstra\u00dfe war zwar asphaltiert, aber es schien, als h\u00e4tte jemand beim Stra\u00dfenbau nur eine Schneise durch den Wald geschlagen, diese notd\u00fcrftig planiert und mit Asphalt \u00fcbergossen. Die Fahrbahn war so schief und buckelig wie die Landschaft, sodass 60 km\/h die H\u00f6chstgeschwindigkeit f\u00fcr eine sichere Fahrt war.<br>Schlie\u00dflich erreichte ich H\u00e5verud. Das Besondere an dem Aqu\u00e4dukt war, dass die Wasserbr\u00fccke f\u00fcr Schiffe gebaut wurde und Mitte des 19. Jahrhunderts eine architektonische Meisterleistung war. Das Hindernis, das \u00fcberbr\u00fcckt werden musste, war ein l\u00e4ngerer Wasserfall, der f\u00fcr die Schiffe zu viel Str\u00f6mung hatte und mit Schleusen nicht \u00fcberbr\u00fcckt werden konnte, zumal er ein Wasserkraftwerk speiste. So entstand die Idee, die Schiffe \u00fcber ein Aqu\u00e4dukt \u00fcber den Wasserfall zu f\u00fchren. Ich hatte diese Br\u00fccke bereits in einer gek\u00fcrzten Kinderbuchausgabe von \u201eNils Holgersson\u201c, das mit Fotos aus dem Film illustriert war, gesehen und wollte sie mir nun ansehen. Es herrschte reges Treiben. Viele Boote und ein Ausflugsdampfer, der nur knapp in die Schleusenkammer passte, wurden durch zahlreiche Schleusen auf das Niveau der Wasserbr\u00fccke gebracht um dann den Wasserfall zu \u00fcberfahren. Leider wurde das Wasser oberhalb des Wasserfalls aufgestaut und in ein Kraftwerk geleitet, sodass das Wasserfallbett ausgetrocknet war. Den Moment, in dem kurz die D\u00e4mme ge\u00f6ffnet wurden und das Wasser in seinem urspr\u00fcnglichen Bett hinabrauschte, hatte ich gerade verpasst.<br>Trotzdem war das Bauwerk spektakul\u00e4r. Nicht zuletzt wegen der Eisenbahn- und der Autobr\u00fccke, die ebenfalls den Wasserfall \u00fcberspannten. Mir f\u00e4llt gerade kein Ort ein, der von drei Br\u00fccken in unterschiedlicher H\u00f6he \u00fcberspannt wird.\u00a0<br>Am Himmel brauten sich Wolken zusammen und ich fuhr weiter Richtung V\u00e4nernsee \u2013 mitten ins Gewitter. Der Wind peitschte den Regen auf die Scheibe und die Blitze zuckten um mich herum. Beeindruckend und be\u00e4ngstigend zugleich fand ich einen Blitz, der vor mir senkrecht in die Erde ging und wie ein aufblitzender Faden flackernd f\u00fcr mehrere Sekunden Himmel und Erde miteinander verband. Ich war froh, im Auto zu sitzen und nicht drau\u00dfen diesem Unwetter schonungslos ausgeliefert sein zu m\u00fcssen.<br>Die Stellplatzsuche am V\u00e4nern war schwierig. Es gab kaum M\u00f6glichkeiten, \u00fcberhaupt irgendwo parken zu k\u00f6nnen und auf den Parkpl\u00e4tzen war das \u00dcbernachten leider meistens verboten. Auf dem Hunneberg, einem Tafelberg direkt am V\u00e4nern, fand ich einen sch\u00f6nen Parkplatz mitten im Wald, auf dem ich eine Nacht bleiben konnte.<br>Das Gewitter zog auf den See hinaus und ich machte einen Spaziergang durch den wundersch\u00f6nen verwunschenen Urwald. Ich hoffte einen Elch zu sehen, denn auf dem Berg sollte es zahlreiche geben, aber leider zeigte sich keiner. Daf\u00fcr fand ich einige Pfifferlinge, die das Abendbrot zu einer Delikatesse machten. Ich genoss die Aussicht \u00fcber den drittgr\u00f6\u00dften See Europas, der mit seinem unendlichen Horizont eher Meerfeeling aufkommen lie\u00df.<br>Meerfeeling \u2013 ein gutes Stichwort. Es war ja immer noch so hei\u00df, aber an der K\u00fcste zeigte mir meine Wetterlandkarte einen k\u00fchlen Ort an und schwedische Sch\u00e4renlandschaft ist ja auch sch\u00f6n. Also hin da. Ich schlenderte noch etwas durch V\u00e4nersborg, eine Kleinstadt mit verspielten Holzh\u00e4usern an der S\u00fcdspitze des Sees, tankte meinen Wasserkanister auf und machte mich auf den Weg nach Westen. Das Autothermometer zeigte 30\u00b0C und die Luft flimmerte \u00fcber dem Asphalt. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass es an der K\u00fcste k\u00fchler sein w\u00fcrde. Wenige Kilometer vor dem Hafenort Sm\u00f6gen sah ich eine graue Wand am Horizont \u2013 Seenebel. Ich hoffte, dass der Nebel nicht in der Stadt hing und ich etwas Sonne hatte. Aber die Hoffnung auf k\u00fchlere Temperaturen stieg. Als ich Sm\u00f6gen erreichte, zeigte das Autothermometer 20\u00b0C. Drau\u00dfen war es fast zu kalt f\u00fcr T-Shirt. Der Seenebel zog gerade auf das Skagerrak hinaus und machte der Sonne Platz.<br>Ich schlenderte durch den Ort, der mit seinen zahlreichen wei\u00df gestrichenen Jugendstilh\u00e4usern elegant auf den Felsen lag. Im Hafen war viel los \u2013 alle wollten die kleinen, bunten Fischerh\u00fctten bestaunen, die sich eng an eine Felswand schmiegten.<br>Den Stellplatz f\u00fcr die Nacht fand ich auf der Insel Bohus-Malm\u00f6n, einem kargen Eiland s\u00fcdlich von Sm\u00f6gen. Die Insel war karg. Es gab nichts als Steine, die von etwas Moos \u00fcberzogen waren. Die Landschaft erinnerte an eine Mondlandschaft und stand in starkem Kontrast zu den artenreichen Urw\u00e4ldern, die ich auf der Paddeltour gesehen hatte und dem belebten Sm\u00f6gen. Ich machte es mir im Bus gem\u00fctlich und genoss den Sonnenuntergang \u00fcber dem Meer.<br>Irgendwie war ich m\u00fcde. Die letzten Arbeitsmonate hatten sehr an mir gezehrt und mir war eher nach Entspannung als nach actionreichen Entdeckungsreisen. Ich wollte nach Hause, wo es etwas k\u00fchler war. So trat ich am n\u00e4chsten Tag den Weg Richtung S\u00fcden an. Kurz vor Helsingborg legte ich noch einen Zwischenstopp ein und machte eine Wanderung durch das Naturreservat Hovs Haller. Das Gebiet liegt an der Spitze der n\u00f6rdlichen Landzunge \u00fcber Helsingborg und \u00fcberzeugt durch eine malerische H\u00fcgellandschaft, schroffe, felsige Steilk\u00fcsten und weite Ger\u00f6llstr\u00e4nde. Alle sagen immer, Sk\u00e5ne sei so langweilig. Ich kann das nicht best\u00e4tigen. Nat\u00fcrlich entspricht es nicht dem, was man als erstes mit Schweden verbindet: rote Holzh\u00e4uschen, endlose W\u00e4lder und einsame Seen. Wer aber abseits dieses Klischees auch f\u00fcr andere Landschaften offen ist, wird von der Vielfalt Schwedens \u00fcberrascht sein. Am Nachmittag setzte ich mit der F\u00e4hre nach D\u00e4nemark \u00fcber und machte noch einen Abstecher nach R\u00f8sn\u00e6s, einer grasbewachsenen idyllischen Landzunge mit einem sch\u00f6nen Leuchtturm.<br>Kurzzeitig \u00fcberkam mich die Nordseesehnsucht. Warum nicht noch einen Abstecher machen? Ich hatte ja Zeit. Mittags erreichte ich Hvide Sande. Ich schlenderte den endlosen Nordseestrand entlang und briet zwischen den D\u00fcnen in der Sonne. Dann musste ich mich auf Stellplatzsuche begeben. Aus den letzten Jahren wusste ich, dass dies an der Nordseek\u00fcste ziemlich schwierig ist. Freistehen ist in D\u00e4nemark grunds\u00e4tzlich verboten, wird aber an der Ostk\u00fcste toleriert, w\u00e4hrend es an der Westk\u00fcste unm\u00f6glich ist und streng kontrolliert wird. Es gibt viele offizielle, kostenpflichtige Stellpl\u00e4tze. Die liegen aber h\u00e4ufig im Industriegebiet oder hinter den D\u00fcnen und sind nicht wirklich sch\u00f6n. Ich fuhr etwas ins Landesinnere und fand schlie\u00dflich westlich des Ringk\u00f8bingfjords am Rand eines Vogelschutzgebiets einen sch\u00f6nen \u00dcbernachtungsplatz. Vom Parkplatz aus startete eine Wanderroute in das Naturschutzgebiet. Den nahegelegenen Fluss musste man mit einer Seilf\u00e4hre \u00fcberqueren, die man selbst per Hand betreiben musste. Ich konnte es nicht lassen und musste die F\u00e4hre ausprobieren. W\u00e4hrend die Hinfahrt mit R\u00fcckenwind fast von alleine ging, glich die R\u00fcckfahrt einem Extremsport, da sich die flo\u00dfartige 20-Personen-F\u00e4hre gegen den Wind alleine nur schwer bewegen lie\u00df. Au\u00dferdem waren die Blasen von meiner Paddeltour immer noch nicht komplett verheilt, sodass ich mit den H\u00e4nden vorsichtig sein musste.<br>Das Vogelschutzgebiet war sch\u00f6n. Ich sah viele V\u00f6gel, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. U.a. L\u00f6ffler, wei\u00dfe V\u00f6gel, ungef\u00e4hr so gro\u00df wie ein Fischreiher, mit langem Schnabel, der vorne eine breite, l\u00f6ffelartige Spitze hatte.<br>Am n\u00e4chsten Morgen regnete es. Es war Zeit, den Heimweg anzutreten. Zuhause schien die Sonne, es war angenehm warm und perfekt, um noch ein paar entspannte Urlaubstage im sch\u00f6nen Schleswig-Holstein zu verbringen.<br><br>Fotos von der Reise gibt es <a href=\"http:\/\/nordlichtblog.de\/?page_id=24&amp;gallery=schweden-2021\">hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende letzten Jahres hatte ich mir ein neues Tourenboot f\u00fcr l\u00e4ngere Paddeltouren gekauft. Das musste nun eingeweiht werden. Mein Paddelrevier stand schon fest: ein St\u00fcck auf dem Dalslandkanal in Westschweden. 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